Unsere Yoga-Praxis als Detox-Ritual


Reinigung ist ein wesentlicher Grundgedanke ist der Yoga-Philosophie. Mithilfe unserer Yoga-Praxis reinigen wir uns innerlich und äußerlich, um unser wahres Selbst zum Vorschein zu bringen. Wir lenken unsere Aufmerksamkeit auf das Wesentliche. Dabei wissen wir, dass das, was wir da finden, bereits ein unermessliches Potential enthält. Es ist nur verschüttet durch Unreinheiten, aber es ist da und es ist so, wie es ist, schon perfekt. Im Buddhismus haben wir dafür ein schönes Bild: Unser wahres Selbst ist ein Diamant, den wir in unserer täglichen Praxis reinigen. Unser Selbst ist dabei schon immer als Diamant vorhanden, nur wird er manchmal trübe. Deshalb müssen wir ihn immer wieder polieren, um ihn zum Glänzen zu bringen.

Mit Yoga reinigen wir Körper und Geist.

Was verunreinigt unser Selbst? In welchen Situationen sind wir nicht ganz bei uns? Das kennt sicher jeder, oft ist es Stress, der uns von A nach B rennen lässt und uns davon abhält, achtsam zu sein und auf unsere innere Stimme zu hören. Oder wir sind in einer schlechten Verfassung und regen uns schnell über irgendeine Alltagssituation auf, handeln vorschnell oder gar nicht. Weiter geht es dann mit unserer Ernährung. Wir essen, ohne uns wirklich Zeit dafür zu nehmen. Viel zu oft ernähren wir uns im Alltag oft nicht so gesund und sauber, wie wir es gern möchten. Sich hier immer wieder mal zu sortieren und auf das Wesentliche zu besinnen, tut nicht nur unserem Körper, sondern auch unserem Geist gut. Reinigung und Entgiftung (Detox) ist die beste Gesundheitsvorsorge. Wie aber schaffen wir es, bei uns anzukommen?

Reinheit als Prinzip im Yoga Sutra: Saucha.

Hier bietet Yoga eine Menge Ansätze und Techniken. Schon Patanjali hat im Yoga Sutra über das Prinzip Reinheit geschrieben. Reinheit gehört hier zu den Niyamas, also zu den Prinzipien, die beschreiben, wie wir mit uns selbst umgehen. Direkt der erste Aspekt ist hier Saucha – die äußere als auch innere Reinheit.

Die äußere Reinheit – Körperpflege als erster Schritt zur Gesundheit.

Unser Körper ist unser Tempel. Deswegen pflegen wir ihn und sorgen dafür, dass er gesund bleibt. Im Yoga werden verschiedene Rituale beschrieben, mit denen wir unseren Körper reinigen können. Hier geht es auch darum Schlacken und Giftstoffe aus dem Körper abzutransportieren und natürlich auch um Körperpflege. Von der Zahnreinigung über die Darmreinigung bis hin zur Augen- und Nasenreinigung werden alle Reinigungstechniken (Kriyas) genannt. Aber was nützt uns diese äußerliche Reinheit, wenn unsere Gedanken ein einziges verwirrtes, düsteres, vernebeltes Chaos sind? Deswegen ist neben der äußerlichen Reinigung auch die innere Reinigung von Bedeutung. Die gute Nachricht ist: Auch hier gibt uns Yoga eine Menge Tools und Möglichkeiten an die Hand. UND: Vielleicht das Wichtigste, wir können es schaffen, unseren Geist zu kontrollieren. Wir haben es in der Hand. Es ist nur eine Frage der Übung.

Innere Reinigung: Der Weg zu Ruhe und Klarheit.

In unserer Yoga-Praxis üben wir immer wieder, unseren Geist zu beruhigen. Wir kehren in unser Inneres, um hier Ruhe und Stille zu finden. Wir schalten alle Gedanken, alle Grübeleien, Sorgen aus, stoppen das Gedankenkarussell und sind im Hier und Jetzt. Wir reinigen unsere Gedanken, denn unsere Gedanken werden zu Worten, unsere Worte zu Handlungen und unsere Handlungen prägen unseren Charakter. Wie machen wir das? Wir starten jede Yoga-Stunde mit einer Anfangsmeditation. Durch Meditation stoppen wir das Kopfkino und lenken unsere Achtsamkeit auf unseren Körper. Wir beruhigen unseren Geist und konzentrieren uns auf die Atmung: Wir geben dem Monkey Mind etwas zu tun. Das allein schon schenkt uns Klarheit und ist in dem Sinne ein Reinigungsritual. Ein Ritual, was uns außerdem Ruhe und Entspannung schenkt. Durch die Bewegung, das Üben von verschiedenen Asanas, geben wir unserem Geist einen zusätzlichen Fokus: Wir sind im Fluss und ganz bei uns Selbst, im Moment. Wir genießen die Harmonie von Atmung und Bewegung. Körperlich regen wir so unseren Stoffwechsel an, bringen unser Lymphsystem in Bewegung und unterstützen die innere körperliche Entgiftung. Wir stärken unser Immunsystem und befreien den Körper von Ablagerungen.

Entgiftende Yoga-Übungen: Twists, Bauchübungen und Pranayama.

Vor allem Twists fördern die körperliche Reinigung. Bei Asanas, wie z.B. dem Drehsitz, der gedrehten Stuhlhaltung oder dem gedrehten Winkel, pressen wir unsere Bauchorgane zusammen und versorgen sie durch die Atmung mit neuer Energie. Leber, Niere, Milz, Magen und Darm werden durchblutet und aktiviert. Wir entledigen uns körperlich und auch geistig von überflüssigem Ballast und schaffen Raum für Neues. Twists sind deshalb eine sehr gut als Detox-Ritual geeignet. Mit jeder Ausatmung lassen wir los - entgiften, schaffen Platz und können noch tiefer in eine Drehhaltung eintauchen. Mit der Einatmung massieren wir unsere Bauchorgane und stimulieren die Entgiftung erneut. Diesen Massage- und Entgiftungseffekt erfahren wir auch in Übungen in der Bauchlage, wie beispielsweise im Bogen, in der Kobra, der Heuschrecke, aber auch das Kind kann eine entgiftende Asana sein.

Unsere Atmung – ein mächtiges Tool für die Entgiftung.

Das wahrscheinlich größte Werkzeug zur Entgiftung ist unsere Atmung. Oft atmen wir im Alltag durch Stress, Verspannungen oder eine schlechte Körperhaltung nur verkürzt und flach. Der Atem reicht dann nur bis in den Brustraum und kann nicht wirklich frei fließen. Dadurch werden wir nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt, was uns müde macht oder noch flacher atmen lässt. In unserer Yoga-Praxis atmen wir tief und bewusst ein und aus. Die Atemtechnik wird Pranayama genannt, wobei Prana übersetzt „Energie“ bedeutet. Mit einer tiefen Atmung schenken wir unserem Körper Energie und unterstützen die Ausscheidung von Schlacken und Giftstoffen. Wir nehmen unseren Atem achtsam wahr und lernen ihn zu steuern. Vor allem mit der Ausatmung können wir hier alles gehen lassen, was wir nicht brauchen – alles Verbrauchte wird nach Außen abgegeben. Eine sehr effektive, energetisierende und entgiftende Atem-Übung ist z.B. Kapalabhati. Hier wird sehr schnell und stoßweise geatmet, was für eine gute Durchblutung sorgt. Beim Ausatmen wird die Luft nach Außen gepresst.

Außerdem wirkt eine bewusste Atmung beruhigend – ein weiterer toller und sehr wichtiger Effekt. Wir bauen Stress ab. Stress sorgt für Vergiftung und ist einer der größten Krankmacher. Wenn wir uns auf eine lange Ausatmung konzentrieren, aktivieren wir den Parasympathikus, den Teil unseres Nervensystems, der unter anderem den Blutdruck und die Herzfrequenz absenkt. Ist der Parasympathikus aktiv, sind wir entspannt und der Körper kann regenerieren und heilen.

Yoga kann uns also auf vielen Ebenen helfen unseren Körper und unseren Geist zu reinigen. Natürlich gibt es weitere Möglichkeiten, die sich wiederrum sehr gut mit Yoga kombinieren lassen: Spaziergänge, ein warmes Bad, eine Fastenkur, lesen, kochen. Der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt: Alles, was uns eine Insel im Alltag schafft, was uns abschalten lässt und uns guttut. Ein Yoga-Ziel ist es ja auch, die Techniken, die wir in einer Yoga-Stunde üben, in unseren Alltag zu tragen. Wir möchten Achtsamkeit leben und z.B. in angespannten Situationen erst einmal tief atmen, bevor wir uns ärgern oder vorschnell reagieren. Das klappt nicht sofort. Deshalb treffen wir uns immer wieder für ein Date mit uns Selbst auf der Matte.

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Kirsten Zenker

farbenfroher Blog von Kirsten Zenker

Hallo, schön, dass du hier bist! Ich bin Kirsten, Yoga-Lehrerin, Ernährungsberaterin, Coach und Lebenskünstlerin. Hier blogge ich zu Yoga-, Ernährungs-, Gesundheits- und Lifestyle-Themen, die mich beschäftigen und begleiten - ein farbenfroher Mix also. Sei dabei und lass dich inspirieren.

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