Leben im Moment: Mehr Achtsamkeit durch Yoga


Oft versuchen wir möglichst schnell unsere To-do-Listen abzuarbeiten und wir eilen von Aufgabe zu Aufgabe, um möglichst viel an einem Tag zu erledigen. Da bleibt dann meistens kaum Zeit dafür, einmal inne zu halten. Abends sind wir völlig erschöpft und der nächste Tag wartet schon mit einer aktualisierten To-do-Liste. Wir sind gestresst und fühlen uns gehetzt.

Über zu viel Stress klagt ein Großteil der Bevölkerung und Stress macht auf die Dauer krank. Nicht umsonst gewinnen Aufmerksamkeits-Rituale immer mehr an Bedeutung. Aber was heißt es konkret, aufmerksam zu sein? Wie können wir den Fokus ändern und Aufmerksamkeit in unseren Alltag integrieren?

Aufmerksamkeit bedeutet (für mich) im gegenwärtigen Moment zu sein und hier meinen Körper, meine Sinne und meinen Geist wahrzunehmen: Im Moment wirklich das tun, was man tut und nicht schon an den nächsten Moment und an das nächste To-do denken. Leichter gesagt als getan. Hierzu gehört viel Übung, damit man in jedem Augenblick realisiert, ob man im Hier und Jetzt ist.

Achtsamkeit üben – fokussiert sein

Es gibt viele Techniken, um die Wahrnehmung zu trainieren, damit wir zunehmend achtsam sind – und liebevoll mit uns selbst umgehen. Wir können verschiedene Arten von Achtsamkeits- und Atemmeditationen nutzen und natürlich ist Yoga eine wunderbare Möglichkeit, um Achtsamkeit zu üben. In unserer Yoga-Praxis schärfen wir ganz intensiv unsere Wahrnehmung. Wir spüren uns und sind im Idealfall während einer Yoga-Stunde ganz bei uns, im Hier und Jetzt. Darauf liegt unser Fokus – nicht im Außen, nicht bei der nächsten Aufgabe.

Wir trainieren es, unsere Aufmerksamkeit ganz auf uns zu richten, den Fokus zu verändern und lernen, dass nur WIR den Fokus bestimmen. Dazu möchte ich euch gern eine kurze indianische Weisheitsgeschichte erzählen, die meiner Meinung nach sehr gut vermittelt, was Achtsamkeit ausmacht:

Der Indianer und die Grille

Ein Indianer, der in einem Reservat lebte, besuchte seinen weißen Freund in der Großstadt. Er war verwirrt vom vielen Lärm, von der Hektik und von der schlechten Luft. Die beiden gingen die Straße entlang. Plötzlich blieb der Indianer stehen und horchte auf. „Hörst du die Grille zirpen?“, fragte er seinen Freund.

„Du musst dich täuschen, hier gibt es keine Grillen. Und selbst wenn, dann würde man sie niemals bei diesem Lärm hören.“

Der Indianer ging ein paar Schritte und blieb vor einem mit Efeu bewachsenen Haus stehen. Er schob die Blätter sanft auseinander und fand die Grille.

„Ja, gut, du hast die Grille gehört. Dein Gehör ist aber auch besser geschult als meines“, gab ihm sein Freund zu bedenken.

Der Indianer schüttelte den Kopf: „Nein, das Gehör eines Indianers ist nicht besser als das eines weißen Mannes. Ich werde es dir beweisen.“

Er griff in seine Tasche, holte eine Münze hervor und warf sie auf den Gehsteig. Sofort blieben mehrere Leute stehen und sahen sich um.

„Siehst du, mein Freund, es liegt nicht am Gehör. Es liegt am Fokus unserer Aufmerksamkeit, was wir wahrnehmen und was nicht.“

Achtsamkeit will gelernt sein.

Mal gelingt es uns besser und dann gibt es natürlich auch Phasen, in denen es nicht sehr gut klappt. Es lohnt sich aber, dran zu bleiben und immer wieder zu reflektieren, in welchen Situationen es schwerfällt. Ich bin davon überzeugt, dass es unsere Lebensqualität enorm verbessert, wenn wir es schaffen in immer mehr Situationen gelernte Achtsamkeits-Rituale anzuwenden, um Stress abzubauen.

In diesem Sinne – Seid achtsam und liebevoll mit euch selbst!

Teile diesen Beitrag
Kirsten Zenker

farbenfroher Blog von Kirsten Zenker

Hallo, schön, dass du hier bist! Ich bin Kirsten, Yoga-Lehrerin, Ernährungsberaterin, Coach und Lebenskünstlerin. Hier blogge ich zu Yoga-, Ernährungs-, Gesundheits- und Lifestyle-Themen, die mich beschäftigen und begleiten - ein farbenfroher Mix also. Sei dabei und lass dich inspirieren.

Yoga & mehr
Entdecke mein farbenfrohes Yoga-Angebot: persönlich im ganzen Ruhrgebiet oder von überall aus per Zoom. Ich freue mich auf dich!
mehr erfahren