Es ist wieder so weit: Zeit für Fasten. Gerade nach der Weihnachtszeit und als Neuanfang für ein beginnendes Jahr ist eine Fastenkur perfekt. Leider schaffe ich es nicht jedes Jahr. Manchmal ist man einfach zu eingespannt und ich weiß für mich, dass ich Arbeit und Stress nicht gut mit dem Fasten verbinden kann bzw. passt das einfach nicht zusammen. Umso mehr freue ich mich, dass ich mir dieses Jahr die Zeit nehmen kann. Ich habe auch das Gefühl, dass es dringend nötig ist. Da haben sich eine Menge schlechte Angewohnheiten eingeschlichen und ich ernähre mich gerade nicht so sauber und gesund, wie ich es eigentlich möchte. Für mich ist da manchmal so ein großer Break besser als viele kleine Schritte.

#Cut – zurück auf Anfang bitte!

Der komplette Verzicht auf feste Nahrung leitet die körperliche aber auch eine geistige Entgiftung ein. Es fällt mir in diesem Zustand leichter, den nötigen Abstand zu finden, um schlechte Gewohnheiten aufzudecken und loszulassen. Fasten bedeutet für mich Ruhe, Entgiftung, Loslassen, mich neu ausrichten und mich mit mir selbst zu beschäftigen. Durch eine Fastenkur finde ich einfacher den Weg zurück zu einer gesunden Ernährung. Aber nicht nur bei der Ernährung wird man mit sich selbst konfrontiert. Fasten greift auf so vielen Ebenen. Was ist Hunger überhaupt? Was sind seelische Bedürfnisse, die dahinterstecken? Wie gehe ich mit diesen Bedürfnissen um und wie kann ich sie in meinem Alltag erfüllen? Welche Gewohnheiten möchte ich etablieren? Fasten ist Quality-Time. Ich nehme mir einfach sehr viel Zeit für mich, für Reinigungsrituale, Bewegung, ein gutes Buch, Sauna. Es ist Wellness pur und ich fühle mich dabei so fit, klar und bin voller Ideen. Das eigentliche Fasten ist auch nicht wirklich schwer, eine wirkliche Hürde ist das Anfangen und das Aufhören.

Eine Fastenkur beginnt mit den Entlastungstagen.

Das eigentliche Fasten wird durch die Entlastungstage eingeläutet. Ich nehme mir hier mindestens drei Tage, um mich seelisch und moralisch darauf einzustellen. Außerdem ist es nochmal ein Check, ob ich alle Utensilien und Lebensmittel habe, die ich in der Zeit benötige, weil Einkaufen möchte ich nicht gehen müssen. Das wäre ja Selbstquälerei, wenn man sich mit leckeren Lebensmitteln und Gerüchen konfrontiert. In den Entlastungstagen stellt man dann auch schon die Ernährung um, d.h. keine Süßigkeiten, keinen Zucker mehr, nix deftiges, keine tierischen Produkte oder generell keine säurebildenden Lebensmittel. Ich trinke schon in den Entlastungstagen keinen Kaffee mehr, esse Suppen und versuche auf Brot zu verzichten – also Porridge zum Frühstück. Am vierten Tag wird dann der Darm entleert. Das ist nicht unbedingt der angenehmste Teil, aber absolut notwendig, denn wenn der Magen und Darm leer sind, hat man kein Hungergefühl mehr. Von daher: Augen zu und durch. Ich nehme hierfür Glaubersalz – ca. 30-40g. Es gibt aber auch andere Möglichkeiten (Sauerkrautsaft usw.). Ich mische das Glaubersalz mit Apfelsaft und mache etwas Zitrone hinein, damit es nicht ganz so widerlich schmeckt. Beim Trinken halte ich mir die Nase zu und versuche alles in einem Zug zu schaffen. Danach muss viel getrunken werden, da dem Körper Flüssigkeit entzogen wird. Wenn man diese Prozedur hinter sich gebracht hat, geht es los: Es wird nichts Festes mehr gegessen.

Ruhe heilt. Beim Fasten entgiften Körper, Geist und Seele.

Ich finde es immer wieder erstaunlich, welche Prozesse durch diesen Nahrungsverzicht angeregt werden. Nach nur wenigen Tagen stellt der Körper seine Energiegewinnung um. Da der Glukosespeicher relativ schnell aufgebraucht ist, wird die benötigte Energie aus den körpereigenen Reserven gewonnen, was letztendlich Körperfett ist. In den Zellen wird nach Energiequellen gesucht und schädlichen Strukturen werden abgebaut. Die sogenannte Autophagie beginnt - unser Körper reinigt sich selbst von Innen. Schädliche oder sogar krankhafte Zellbestandteile werden verwertet und ausgeschieden. Der Körper mistet aus und verdaut sich selbst. Autophagie wird auch mit Selbstverdauung übersetzt. Dieser ganze Prozess ist natürlich gesundheitlich wahnsinnig förderlich und es ist außerdem eine Verjüngungskur.

Damit die Giftstoffe leichter abtransportiert werden können, gibt’s es verschiedenen Rituale. Bewegung ist wichtig und wohltuend, da so der Stoffwechsel angeregt wird. Das Trockenbürsten durchblutet und regt vor allem die Entgiftung über die Haut an, was ja unser größtes Entgiftungsorgan ist. Mit einer weichen Körperbürste massiert und bürstet man seinen Körper – ein schönes kleines Morgenritual. Ich verbinde das Fasten auch mit Ölziehen, was ich dann auch in meine Morgenroutine integriere. Beim Ölziehen werden die Giftstoffe im Mund gebunden und entfernt. Mittags gibt es dann einen Leberwickel, um die Leber beim Entgiften zu unterstützen – quasi eine Wärmflasche auf der rechten Bauchseite. Das ist herrlich angenehm und meistens so entspannend, dass ich einschlafe. Ein Mittagsnickerchen gehört für mich ganz selbstverständlich in einen Fastentag. Für viele eher ungewohnt oder unangenehm sind Einläufe, die natürlich wichtig sind, um Giftstoffe aus dem Körper zu entfernen.

Für mich ist neben diesen ganzen körperlichen Aspekten auch die seelische Reinigung ein sehr wichtiger Bestandteil. Ich nehme mir dann besonders viel Zeit für mich, spaziere, lese, mache viel Yoga, meditiere, gehe in die Sauna. Ich fühle mich in der Zeit irgendwie befreit, bin sehr klar und kreativ. Nach ein paar Tagen stellt sich ein richtiges „Hoch-Gefühl“ ein. Ich könnte Bäume ausreisen. Der Körper ist halt nicht mehr mit der Verdauung beschäftigt und hat Energie. Aber natürlich spielt Essen im Kopf eine große Rolle. Der Geruchs- und Geschmacks-Sinn sind besonders intensiv und es gibt Tage, da könnte ich alles essen. Ich versuche diesen Zustand sehr bewusst wahrzunehmen und genieße es, so intensiv zu schmecken, zu riechen und zu spüren. Dieser Heißhunger ist ja am Ende nur Kopfsache und ich habe mich viel gefragt, wo eigentlich dieser Appetit herkommt.

Das Fastenbrechen ist die größte Herausforderung.

Dieser Heißhunger macht auch die Aufbautage so schwer, weil man dann ja eigentlich alles wieder essen kann. Da muss ich mich dann schon sehr zügeln. Der Magen wäre ja auch völlig überfordert, wenn man direkt mit einem fetten Gericht anfängt und sich überfrisst. Das wohl bekannteste Zitat zum Fastenbrechen stammt von George Bernard Shaw „Jeder Dumme kann fasten, aber nur ein Weiser kann das Fasten richtig brechen.“ Deshalb sollte auch das Fastenbrechen gut vorbereitet werden. Ich habe ganz bewusst nichts Süßes zuhause und kaufe im Vorfeld schon alle Zutaten für eine Suppe oder einen Salat und natürlich viel Obst. So kann ich gar nicht erst in Versuchung geraten. Außerdem soll ja das Fasten ein Anlass sein, zurück zu einer gesunden und ausgewogenen Ernährung zu finden. Noch bin ich mittendrin – bei Tag sechs – aber mein Fazit oder mein Wunsch wäre es, regelmäßiger die Zeit für eine Fastenkur zu haben. Dieses Gefühl und alle gesundheitlichen Vorteile sind einfach gigantisch und es tut mir so gut, zur Ruhe zu kommen und mich mit mir selbst zu beschäftigen.

Eine Einkaufsliste für deine Fastenkur.

Für alle, die gern den Versuch wagen möchten und eine Fastenkur planen, habe ich mal alle wichtigen Utensilien und Lebensmittel zusammengestellt. Nicht alles ist zwingend notwendig, aber vielleicht ein guter Hinweis oder eine Anregung.

Als zertifizierter Ernährungscoach und Fasten-Fan biete ich begleitete Fastenkuren an. Zu meinen Angeboten geht es hier.

Man stößt definitiv einen Prozess an, wenn man beginnt, sich mit Nachhaltigkeit und Plastikmüll zu beschäftigen. Bei mir fing es mit Lebensmitteln an. Da achte ich schon länger auf Nachhaltigkeit, was für mich bedeutet, dass ich vor allem Obst und Gemüse aus biologischem Anbau kaufe und versuche Plastikverpackungen zu vermeiden. Am Anfang dieser Reise, als es in meiner Nähe noch keinen Biomarkt gab, dachte ich, ich bin schlau, wenn ich einen Bio-Lieferdienst nutze. Ok, Anlieferung ist vielleicht nicht das Wahre, aber für den Moment schien es mir die beste Alternative zu sein. Hinzu kam, dass sich die Verpackung sehr in Grenzen hielt bzw. gänzlich auf Plastik verzichtet wurde. Ich bestellte also Woche für Woche Birnen, Bananen, Äpfel und Gemüse. Als ich dann aber das Kleingedruckte las und feststellte, dass meine Bio-Birnen aus Argentinien den Weg zu mir finden, war ich dann weniger begeistert. Zum Glück gibt es inzwischen in der Nähe einen Biomarkt, wo ich mit dem Fahrrad hinfahren kann und wo ich schneller sehe, ob es sich um regionale Produkte handelt. Ein weiterer großer Pluspunkt: Obst und Gemüse werden in Papier eingepackt – perfekt!

Aber auch ich bin bequem und gehe natürlich auch oft in den Supermarkt. Toll, da gibt es inzwischen auch eine Obst- und Gemüse-Bio-Ecke, aber warum in aller Welt ist ausgerechnet da immer alles in Plastik verpackt? Ein Elend! Da blutet mir das Herz. Wenn ich dann doch unverpackte Tomaten finde und dafür nicht extra eine Plastik-Tüte nehme, werde ich jedes Mal an der Kasse gefragt, ob ich nicht eine Tüte möchte: Nein, danke, möchte ich nicht.

Wie kann man im Bad Plastikmüll vermeiden?

Viel schlimmer ist der Konflikt, wenn ich Kosmetik einkaufe. Irgendwann hatte ich so einen Moment, in dem ich dachte, das geht so nicht weiter. Da musst du dringend mehr tun und mehr darüber nachdenken. Wie kann ich im Bad Plastikmüll vermeiden? Gibt es hier vielleicht noch andere Möglichkeiten, an die ich noch nicht gedacht habe? Gerade im Bad benutzen wir so viele Plastik-Produkte und produzieren unglaublich viel Müll: Bei Zahnbürsten, Zahnseide geht es los und mit Einwegrasierern, Ohrenstäbchen, Duschbad und Haarwaschmittel geht es weiter. Da ist Mikro-Plastik in Peelings usw. noch gar nicht dabei. Mittlerweile gibt es zwar schon viele Produkte ohne Mikroplastik, ohne Chemie, ohne Tierversuche und mit biologisch erzeugten Inhaltsstoffen – aber das Müll-Problem ist damit nicht behoben. Ok, man kann natürlich z. B. Ohrenstäbchen, Haar- oder Handbürsten plastikfrei kaufen, aber das schien mir etwas wenig in Anbetracht der Mengen an Müll, die ich immer noch produziere.

Seifen gibt es chemiefrei und biologisch – und sie sind nicht in Plastik verpackt.

Die Idee, wie man dies ein bisschen verringern kann, kam mir, als ich mit einer Freundin in der Sauna war. Erst musste ich etwas lachen, als sie eine Dose mit verschiedensten Seifen rauskramte, aber schließlich fand ich die Inspiration toll. Gedacht: Getan. Es gibt ja inzwischen echt wahnsinnig viele Hersteller, die sich diesem Thema angenommen haben. Online bestellen wollte ich nicht. Außerdem fand die Produkte, die hier angeboten werden, auch ziemlich preisintensiv. Also habe ich einfach mal im Drogerie-Markt geschaut und hey, es gibt da tatsächlich eine große Auswahl an Naturkosmetik Seifen.

Zugegeben: Erst war ich etwas skeptisch, ob das tatsächlich was für mich ist. Vor allem die Vorstellung, sich mit Seife die Haare zu waschen, fand ich zunächst komisch. Schäumt das auch richtig? Kann eine Seife meine Haare ausreichend pflegen? Aber am Ende geht probieren über studieren. Ich habe eine Seife fürs Gesicht gekauft, eine zum Duschen und eine für die Haare. Alles Naturkosmetik Seifen, die nicht nur schön aussehen, sondern auch noch gut riechen und Haut und Haare pflegen. UND: keine Plastikverpackung – wie herrlich.

Es dauerte eine Weile, bis ich mich daran gewöhnt habe, aber mittlerweile ist es völlig ok, nur noch Seifen zu verwenden. Ich bin von dem Ergebnis begeistert. So spare ich schon mal eine Menge an Verpackungen ein, aber am Ende ist es auch nur ein kleiner Schritt.

Mit einem plastikfreien Rasierer Müll vermeiden.

Beim Rasieren geht es weiter – keine Plastik-Einwegrasierer mehr und auch keine Plastik-Klingen zum Wechseln. Also, was ist die Alternative? Ich bin auf den Rasierhobel gestoßen – zugegeben der Name ist brutal und hoffentlich nicht Programm. Wer will schon gerne seine Haut mit einem Hobel bearbeiten? Nun ja, vielleicht braucht es ja da eine Marketing Managerin? Aber zurück zum Thema: Mein neuer Rasierer ist aus Metall und ich kann ganz einfach die Klinge wechseln, was hier wirklich nur die Rasierklinge ist. Kein Plastikmüll mehr – wie schön! Vor der ersten Rasur hatte ich ganz schön Respekt und blutrünstige Bilder vor Augen. Wie sich herausstellte, war das völlig überflüssig, denn das Rasieren klappt ganz wunderbar und ist nicht wirklich anders als vorher mit den Plastik-Rasierern.

Erste kleine Schritte, aber besser als nichts. Trotzdem ist es immer noch eine Menge, was im Bad so alles an Plastikmüll anfällt. Von einem Zero-Waste-Badezimmer bin ich offensichtlich noch weit entfernt. Wenn man dahin will, müsste man wohl tatsächlich so einige Produkte mit selbstgemachter Naturkosmetik ersetzen. Ok, bei Bodylotion ist das nicht so schwer. Hier kann man beispielsweise Kokosöl aus einem Glas verwenden. Haarspülung habe ich teilweise auch schon aus Leinsamen hergestellt. Jedoch ist da noch eine Menge Luft nach oben und ich überlege weiter, was man da noch verändern könnte. Wenn ihr Ideen und Erfahrungen habt, schreibt mir gerne!

Das Leben ist ständige Veränderung: Wir verändern uns im Innen und unser Außen verändert sich mit uns. Alles ist vergänglich. Schon Heraklit sagte: „Wir können nicht zweimal in denselben Fluss steigen.“

Immer wieder eröffnen sich uns neue Herausforderungen. Oft ist dies negativ belegt, obwohl wir uns doch neuen Herausforderungen voller Freude stellen sollten. Jede neue Situation birgt in sich soviel Potential, wir wachsen an jeder Herausforderung, die sich uns offenbart. Im Yoga lernen wir, achtsam Widerstände und Grenzen wahrzunehmen. Wir lernen zu spüren, wie weit wir in der Lage sind zu gehen. Unsere Yoga-Praxis ermöglicht uns, diese Widerstände bewusst anzunehmen und sie in Chancen umzuwandeln. Das heißt nicht, dass es nicht auch Situationen gibt, in denen wir uns verheddern, in denen es keinen Ausweg zu geben scheint. Wir kreisen um ein Problem und sehen die Lösung nicht. Hier Gelassenheit und Vertrauen zu entwickeln, ist tatsächlich ein immer wiederkehrender Prozess. Dazu gibt es eine schöne Geschichte, die mich persönlich immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholt und mir sehr viel Gelassenheit schenkt. Wenn man diese Weisheit verinnerlicht, nimmt man Abstand vom eigentlichen Problem, man verlagert den Schwerpunkt und ist in der Lage, eine andere Perspektive einzunehmen. Mir schenkt diese Geschichte Hoffnung und Vertrauen. Vertrauen oder die Gewissheit, dass auch diese schwierige Situation sich zum Guten wenden wird. Wenn es mir gut geht und ich das Leben in vollen Zügen genieße, holt mich diese Weisheit aber genauso zurück und macht mir bewusst, dass auch dies vergänglich ist. Umso achtsamer und behutsamer zelebriere ich dann diese guten Zeiten. Hier kommt für euch nun die Geschichte. Auf das sie euch Kraft schenkt, Gelassenheit und Urvertrauen.

Auch das geht vorüber: Eine Sufi Geschichte.

Ein König wollte sich einen wunderschönen Ring anfertigen lassen. Er sagte zu den Weisen und Gelehrten am Hof: „Ich möchte in dem Ring eine verborgene Botschaft haben, die mir in Zeiten völliger Verzweiflung helfen kann. Sie muss sehr kurz sein, damit sie unter dem Diamanten des Rings verborgen werden kann.“

All die Weisen, all die großen Gelehrten hätten lange Abhandlungen schreiben können. Aber ihm eine Botschaft zu geben, die nur zwei oder drei Worte enthielt und ihm in Zeiten größter Verzweiflung helfen würde, fanden sie nicht.

Der König hatte einen alten Diener, der ihm fast wie ein Vater war. Der alte Mann sagte: „Ich bin kein Weiser, bin nicht gebildet und nicht gelehrt, aber ich kenne die Botschaft. Es gibt nämlich nur eine Botschaft. Diese Männer können sie dir nicht geben. Nur ein Mystiker, jemand, der sich selbst erkannt hat, kann sie dir geben.

Und er schrieb die Botschaft auf einen kleinen Zettel, faltete ihn zusammen und sagte zum König: „Lies sie nicht jetzt. Halte sie in deinem Ring verborgen und öffne sie erst, wenn alles gescheitert ist, wenn es keinen Ausweg mehr gibt.“

Diese Zeit sollte bald kommen. Das Land wurde überfallen, und der König verlor sein Reich. Er musste auf seinem Pferd fliehen, um sein Leben zu retten. Die feindlichen Reiter verfolgten ihn. Sie waren in der Überzahl und er war ganz allein. Er kam an einen Ort, wo er anhalten musste, weil der Weg zu Ende war – er stand an einer Klippe über einem tiefen Abgrund. Dort hinunter zu fallen, wäre das Ende gewesen. Er konnte nicht zurück, weil dort die Feinde waren.Plötzlich erinnerte er sich an den Ring. Er öffnete ihn, nahm den Zettel heraus, und darauf stand eine kurze Botschaft: „Auch dies wird vorübergehen.“ Während er den Satz las, wurde er ganz still. „Auch dies wird vorübergehen.“ Und es ging vorüber. Alles geht vorbei. Nichts ist beständig in dieser Welt. Die Feinde, die ihn verfolgten, hatten sich wohl im Wald verlaufen. Nach einer Weile konnte er die Laute ihrer Hufe nicht mehr hören.

Der König verspürte große Dankbarkeit gegenüber seinem Diener und jenem unbekannten Mystiker. Diese Worte hatten wie ein Wunder gewirkt. Er faltete den Zettel wieder zusammen, steckte ihn zurück in den Ring. Er sammelte seine Truppen wieder um sich und eroberte sein Reich zurück. Und der Tag, an dem er siegreich wieder in seine Hauptstadt einzog, wurde in der ganzen Stadt großartig gefeiert, mit Musik und Tanz. Er war sehr stolz auf sich selbst.

Der alte Mann ging neben seinem Wagen her. Er sagte: „Auch jetzt ist es wieder der richtige Moment. Schau die Botschaft noch einmal an.“ „Was meinst du damit?“ sagte der König. „Jetzt bin ich siegreich. Das Volk feiert mich. Ich bin nicht verzweifelt. Ich bin in keiner ausweglosen Situation.“

„Hör mir zu,“ sagte der alte Mann. „Das hat mir der Heilige damals gesagt: Diese Botschaft ist nicht nur für Zeiten der Verzweiflung, sie ist auch für Zeiten der Freude. Sie gilt nicht nur, wenn du Verlierer bist. Sie gilt auch, wenn du Sieger bist; nicht nur wenn du der Letzte bist, sondern auch wenn du der Erste bist.“

Der König öffnete seinen Ring und las die Botschaft: „Auch dies wird vorübergehen.“ Und plötzlich überkam ihn derselbe Frieden, dieselbe Stille – mitten in der Menge, die jubilierte, feierte und tanzte. Sein Stolz und sein Ego waren verflogen. Alles geht vorüber.

Er bat seinen alten Diener, in seinen Wagen zu kommen und neben ihm zu sitzen. Er fragte ihn: „Gibt es noch etwas? Alles geht vorüber… Deine Botschaft hat mir ungemein geholfen.“ Der alte Mann sagte: „Das Dritte, was mir der Weise damals sagte, war: „Vergiss nicht, dass alles vorübergeht. Nur du bleibst, du bleibst ewig als Zeuge.“

Alles geht vorbei, aber du bleibst. Du bist die Wirklichkeit, alles andere ist nur ein Traum. Es gibt schöne Träume, und es gibt Alpträume. Aber es spielt keine Rolle, ob es ein schöner Traum oder ein Alptraum ist. Was eine Rolle spielt, ist das, was den Traum sieht. Dieses Sehen ist die einzige Wirklichkeit.

Die Berghaltung, auch Tadasana genannt, ist eine Yoga-Asana, der immer etwas wenig Beachtung geschenkt wird. Das ist sehr schade. Für mich ist sie ein sehr wichtiger Moment im Yoga-Flow, ein Moment, in dem wir ganz bewusst innehalten und uns ein Lächeln schenken. Ein Augenblick, in dem wir uns fokussieren und ganz klar sind. Wir verwurzeln uns ganz intensiv mit unseren Füßen in der Matte und erden uns, während die Kopfkrone in den Himmel strebt. Wir können uns hier als Bindeglied dieser beiden kraftvollen Elemente spüren. Außerdem stehen Berge für mich für Erhabenheit und Kraft, für „in sich ruhen“, für Frieden und Gelassenheit. Ich bin gerne in den Bergen, besteige Gipfel und genieße dann den Überblick über eine wunderschöne Natur. Ja, das sind Momente des Glücks und dieses Glück, diese Ruhe und das Gefühl, ganz bei mir im Hier und Jetzt zu sein, kann ich auch im Yoga, in Tadasana spüren. Es ist eine stark aktivierende, kraftvolle Position, in der ich ganz präsent bin und in der Freude aufkommt, Freude auf das was kommt, nämlich der Yoga-Flow.

Die Geschichte von Shiva und Ganga

Es gibt eine wunderschöne Geschichte zu dieser Asana, die ich hier gerne einmal teilen möchte. Ich habe sie im Buch von Alanna Kaivalya und Arjuna van der Kooij „Myth of Asanas“ gefunden.

Die Geschichte spielt im Himalaya, dem höchsten Gebirge der Erde. Es ist bekannt dafür, dass dort gern Yogis und Weise hingehen, um zu praktizieren und zu meditieren. Im Himalaya entspringt der Ganges, der auch „Fluss des Lebens“ genannt wird.

Die mythologische Geschichte von Shiva und Ganga:

Es gab eine Zeit in der die Göttin Ganga, die Göttin des Ganges, auf die Erde hinabblickte und entsetzt war. Sie sah, wie die Menschen von Täuschung, Gier, Hass und anderen geistigen Übeln befallen waren. Sie erkannte, wie das Zwietracht und Leid erzeugte. Um die Menschheit von diesem Elend zu befreien, wollte Ganga als eine gewaltige, reinigende Flut auf die Erde herabzustürzen.

Shiva erfuhr von Gangas Absicht. Als Gott der Vernichtung aller Unwahrheit kannte auch er die reinigende Kraft der Zerstörung. Doch ihm war auch klar, dass Gangas machtvolle Flut die Menschheit nicht nur reinigen, sondern auch vollständig auslöschen würde. Aus Mitgefühl für die Menschen fing Shiva die mächtige Flut in seinen langen Haaren ein. Er formte aus seiner Haarpracht einen Knoten und ließ die Fluten Gangas durch seine Haare kreisend und erst dann sanft auf die Erde herabgleiten. So blieb die reinigende Kraft Gangas erhalten, wurde aber zugleich in ein sanfteres Strömen überführt.

In dieser Geschichte kann man sehr schön diese Naturgewalten nachempfinden: Der mächtige, standhafte Berg und der bewegende, reinigende Fluss. Das alles bietet uns im Yoga die Berghaltung, die wir einnehmen bevor wir in den Sonnengruß starten. Gründe, warum ich diese Position gern etwas länger halte, um mich hier wirklich sammeln zu können und um diesen Qualitäten ausreichend Raum zu geben.

Namasté

Yoga ist mehr als nur körperliche Arbeit, Yoga ist die Philosophie über die Art und Weise das Leben zu leben. Wie führen wir also ein glückliches und erfülltes Leben? Welche Antworten und Ansätze hält die Yoga-Philosophie für uns bereit? Sich in Zufriedenheit zu üben und dankbar zu sein, ist ein ganz wesentlicher Baustein, und, wie ich finde, ein wunderschöner und gerade in unserer Konsumgesellschaft ein sehr wichtiger. Deshalb möchte ich euch dieses Prinzip hier einmal ans Herz legen, denn Zufriedenheit und Dankbarkeit machen glücklich.

Der achtgliedrige Pfad von Patanjali

Patanjali hat im „Yoga-Sutra“ verschiedene Prinzipien benannt, die uns als Orientierung dienen. Sein achtgliedriger Pfad richtet sich an alle Menschen und ist als Leitfaden gedacht, nach dem wir durch unsere Yoga-Praxis uns selbst und unser Ego erkennen. Ziel ist es, unseren Geist so zu verändern, dass wir in der Lage sind, ein bewusstes und glückliches Leben zu führen. Jedes dieser acht Glieder besteht aus einer Reihe konkreter Themen und Verhaltensweisen, die bis heute sehr lebensnah sind und für jeden ganz individuell immer noch passen. All diese Themen sind nicht unabhängig voneinander, sie gehen ineinander über, bauen aufeinander auf, beeinflussen sich gegenseitig und bilden am Ende eine Einheit. Wir können aber jedes einzelne Prinzip für sich üben.

Santosha - Zufriedenheit

Santosha oder auch Samtosha ist eines dieser Themen. Es gehört zu den Niyamas, den Leitsätzen, die den Umgang mit uns selbst beschreiben. Es gibt hier noch vier weitere Unter-Themen: Saucha (Reinheit), Tapas (Leidenschaft), Svadhyaya (Selbsterkenntnis) und Ishvara Pranidhana (Selbsthingabe).

Santosha heißt übersetzt Zufriedenheit, Bescheidenheit, Schlichtheit. Was bedeutet das nun für uns? Was macht uns zufrieden? Man könnte annehmen, dass dies eine sehr einfache Rechnung ist: Man hat verschiedenste Wünsche – eine Reise, einen netten Chef, ein neues Outfit – und die Erfüllung dieser Wünsche macht uns zufrieden. Das sind wir auch, aber nur für einen kurzen Zeitraum. Dies ist kein beständiges Glücksgefühl, etwas das bleibt, was uns trägt. Dieses „Glück“ ist nur flüchtig, was bedeutet, dass wir schnell den nächsten Wunsch erfüllen müssen, damit wir wieder dieses kurze Glücksgefühl empfinden: ein Hamster-Rad, eine Never-Ending-Story.

Die Haltbarkeit dieses Glücksgefühls wird meistens auch immer kürzer, sodass wir von einem erfüllten Wunsch zum nächsten Wunsch hasten und am Ende völlig gestresst und nicht wirklich zufrieden sind. Diesen Kreislauf gilt es zu erkennen und zu durchbrechen. Nicht nur, weil natürlich dieses Prinzip herrlich in einer Konsumgesellschaft funktioniert und sich unsere Wünsche ganz bewusst zunutze gemacht werden. Aber brauchen wir wirklich alles, was wir konsumieren? Macht es uns glücklich? Ein Experiment auf Kosten unserer Umwelt. Was ist hier die Yoga-Idee? Interessanterweise heißt Santosha nicht nur Zufriedenheit, sondern auch Bescheidenheit. Je bescheidener wir sind, umso zufriedener? Könnte das ein Weg sein - unsere Wünsche zu überdenken und zu reduzieren?

Dinge so anzunehmen, wie sie gerade sind, ist unheimlich schwer. Deshalb üben wir im Yoga, im Hier und Jetzt zu sein, Gedanken darüber loszulassen, wie es sein könnte, wie wir uns fühlen könnten. Wir schärfen unsere Wahrnehmung für das Potential, welches in uns schlummert und dafür, dass alles, was gerade ist, gut ist. Santosha bedeutet Stärke anzunehmen, Stärke auszubauen. Santosha bedeutet mit dem, was wir haben, glücklich sein. Wenn wir Zufriedenheit in dem finden, was uns gegeben ist, dann finden wir auch Freude, Entspannung und Glück. Santosha können wir in allen Lebenssituationen üben: Gegenüber unserer Familie, unseren Freunden und gegenüber der gegenwärtigen Situation, in der wir uns befinden.

Mitgefühl und Freude

Wenn Patanjali von Zufriedenheit spricht, impliziert das auch Mitgefühl und Barmherzigkeit zu entwickeln. Mitgefühl zu haben, zu teilen und für andere da zu sein, macht uns zufrieden und glücklich. Das sind innere Werte, die wir beeinflussen können und die dauerhaft sind. Schnell sind wir hier wieder beim Thema Balance. Uns gänzlich von unseren Bedürfnissen zu befreien ist nicht der Anspruch. Das wäre auch nicht sehr lebensnah. Bedürfnisse haben wir und ja, es macht uns zufrieden, etwas Neues zu kaufen und uns diese Wünsche zu erfüllen. Das ist menschlich. Aber diese Bedürfnisse zu erfüllen, wird uns nicht dauerhaft glücklich machen. Sich an kleinen Dingen erfreuen zu können, sich selbst genug zu sein, Dankbarkeit und Mitgefühl zu entwickeln, darin liegt beständiges Glück. Die Reise vom Außen zum Innen, ins Hier und Jetzt, zur Balance, das ist unsere Yoga-Reise, ein (wesentlicher) Grund warum wir Yoga üben.

Oft versuchen wir möglichst schnell unsere To-do-Listen abzuarbeiten und wir eilen von Aufgabe zu Aufgabe, um möglichst viel an einem Tag zu erledigen. Da bleibt dann meistens kaum Zeit dafür, einmal inne zu halten. Abends sind wir völlig erschöpft und der nächste Tag wartet schon mit einer aktualisierten To-do-Liste. Wir sind gestresst und fühlen uns gehetzt.

Über zu viel Stress klagt ein Großteil der Bevölkerung und Stress macht auf die Dauer krank. Nicht umsonst gewinnen Aufmerksamkeits-Rituale immer mehr an Bedeutung. Aber was heißt es konkret, aufmerksam zu sein? Wie können wir den Fokus ändern und Aufmerksamkeit in unseren Alltag integrieren?

Aufmerksamkeit bedeutet (für mich) im gegenwärtigen Moment zu sein und hier meinen Körper, meine Sinne und meinen Geist wahrzunehmen: Im Moment wirklich das tun, was man tut und nicht schon an den nächsten Moment und an das nächste To-do denken. Leichter gesagt als getan. Hierzu gehört viel Übung, damit man in jedem Augenblick realisiert, ob man im Hier und Jetzt ist.

Achtsamkeit üben – fokussiert sein

Es gibt viele Techniken, um die Wahrnehmung zu trainieren, damit wir zunehmend achtsam sind – und liebevoll mit uns selbst umgehen. Wir können verschiedene Arten von Achtsamkeits- und Atemmeditationen nutzen und natürlich ist Yoga eine wunderbare Möglichkeit, um Achtsamkeit zu üben. In unserer Yoga-Praxis schärfen wir ganz intensiv unsere Wahrnehmung. Wir spüren uns und sind im Idealfall während einer Yoga-Stunde ganz bei uns, im Hier und Jetzt. Darauf liegt unser Fokus – nicht im Außen, nicht bei der nächsten Aufgabe.

Wir trainieren es, unsere Aufmerksamkeit ganz auf uns zu richten, den Fokus zu verändern und lernen, dass nur WIR den Fokus bestimmen. Dazu möchte ich euch gern eine kurze indianische Weisheitsgeschichte erzählen, die meiner Meinung nach sehr gut vermittelt, was Achtsamkeit ausmacht:

Der Indianer und die Grille

Ein Indianer, der in einem Reservat lebte, besuchte seinen weißen Freund in der Großstadt. Er war verwirrt vom vielen Lärm, von der Hektik und von der schlechten Luft. Die beiden gingen die Straße entlang. Plötzlich blieb der Indianer stehen und horchte auf. „Hörst du die Grille zirpen?“, fragte er seinen Freund.

„Du musst dich täuschen, hier gibt es keine Grillen. Und selbst wenn, dann würde man sie niemals bei diesem Lärm hören.“

Der Indianer ging ein paar Schritte und blieb vor einem mit Efeu bewachsenen Haus stehen. Er schob die Blätter sanft auseinander und fand die Grille.

„Ja, gut, du hast die Grille gehört. Dein Gehör ist aber auch besser geschult als meines“, gab ihm sein Freund zu bedenken.

Der Indianer schüttelte den Kopf: „Nein, das Gehör eines Indianers ist nicht besser als das eines weißen Mannes. Ich werde es dir beweisen.“

Er griff in seine Tasche, holte eine Münze hervor und warf sie auf den Gehsteig. Sofort blieben mehrere Leute stehen und sahen sich um.

„Siehst du, mein Freund, es liegt nicht am Gehör. Es liegt am Fokus unserer Aufmerksamkeit, was wir wahrnehmen und was nicht.“

Achtsamkeit will gelernt sein.

Mal gelingt es uns besser und dann gibt es natürlich auch Phasen, in denen es nicht sehr gut klappt. Es lohnt sich aber, dran zu bleiben und immer wieder zu reflektieren, in welchen Situationen es schwerfällt. Ich bin davon überzeugt, dass es unsere Lebensqualität enorm verbessert, wenn wir es schaffen in immer mehr Situationen gelernte Achtsamkeits-Rituale anzuwenden, um Stress abzubauen.

In diesem Sinne – Seid achtsam und liebevoll mit euch selbst!

In unserem ganzen Leben geht es immer wieder darum, die richtige Balance zu finden. Gerade aber, wenn es um Gesundheit und gesunde Ernährung geht ist Balance ein zentrales Thema und natürlich spielen im Yoga Balance-Übungen eine wesentliche Rolle. Was ist aber das „richtige“ Gleichgewicht zwischen den Extremen, zwischen Anstrengung und Ruhe, Yang und Yin, Tag und Nacht. Extreme Handlungen führen zu einem Ungleichgewicht, ebenso wie extreme Untätigkeit. Die „richtige“ Balance ist wohl etwas sehr Individuelles, aber feststeht, dass es unserer Gesundheit guttut, wenn wir (mit uns) im Gleichgewicht sind. 

Inneres Gleichgewicht bedeutet für mich, im Fluss zu sein und die Extreme zu akzeptieren und zu reflektieren. Beide Seiten gehören dazu und ohne Extreme wäre das Leben auch nur „lauwarm“ und würde weniger Spaß machen. Das richtige Maß ist entscheidend. Für sich die „richtige“ Mitte zu finden, heißt auch, achtsam mit sich selbst zu sein. 

Im Yoga bekommen wir ein Gespür für Balance, Stabilität und Ruhe.

Yoga kann uns helfen, unsere Mitte zu finden und überhaupt ein Gespür dafür zu bekommen, ob wir im Gleichgewicht sind. Einbeinige Asanas geben uns die Möglichkeit, unseren Schwerpunkt zu finden und an seinen Rändern zu tanzen. Hier erfahren wir, wie wir mit dem Wackeln umgehen können und wie sich Stabilität anfühlt.

Wenn wir balancieren, richten wir unsere Mitte aus. Wir versetzen uns in ein physisches Gleichgewicht. Die Harmonie können wir aber nicht erreichen, wenn wir absolut still bleiben. Stattdessen müssen wir unser Gleichgewicht von Moment zu Moment auffrischen. Die anhaltende Anstrengung, sich zu zentrieren und neu auszurichten, bringt nicht nur unseren Körper ins Gleichgewicht, sondern auch unseren Geist, unsere Gedanken, Emotionen und unser Bewusstsein. Erst dann sind wir im Flow und spüren Ruhe und Ausgeglichenheit.

Ausrichtung, Stärke und Aufmerksamkeit

Die drei wesentlichen Elemente des Gleichgewichts sind Ausrichtung, Stärke und Aufmerksamkeit. Die Ausrichtung unseres Körpers ist entscheidend. Sie macht das Gleichgewicht überhaupt physisch möglich. Stärke gibt uns die Kraft, die Ausrichtung zu halten und immer wieder zu erzeugen. Und durch Aufmerksamkeit nehmen wir unsere Ausrichtung wahr und können sie von Moment zu Moment korrigieren.

Balance ist Loslassen

Balance ist also ein ständiges Ringen um diese Mitte – Im Yoga und im alltäglichen Leben. Es ist ein ständiges Überprüfen des Ist-Zustandes, ein Korrigieren, neu ausrichten, hinzufügen oder weglassen. Yoga unterstützt mich dabei, indem es mich immer wieder daran erinnert und mich wahrnehmen lässt, wo ich mich auf diesem Weg befinde. Yoga bringt mich für den Moment, in dem ich praktiziere, in mein inneres Gleichgewicht. Und meistens fühle ich mich am meisten in Balance, wenn ich einem Moment tatsächlich nicht darüber nachgedacht habe. Je verbissener man es versucht, je disziplinierter man sein will, je mehr man darüber nachdenkt, umso weniger scheint es zu funktionieren. Ist man aber wirklich bei sich, im gegenwärtigen Augenblick, ohne zu denken und zu werten, dann plötzlich spürt man den Flow, spürt man das Gleichgewicht und ist Happy.

Ich bin ja ursprünglich so gar kein Fan von Sauerkraut. Es steht bei mir immer in Verbindung mit Kassler, was sich ja dann direkt erledigt hat, wenn man sich fleischlos ernähren möchte. Außerdem ist für mich Sauerkraut immer eine eher unappetitlich aussehende braune Pampe mit undefinierbarer Konsistenz. Deshalb gehörte Sauerkraut nicht wirklich in meinen Ernährungsplan. Ich habe dieses Nahrungsmittel tatsächlich völlig ignoriert.

Wenn man sich aber mit gesunder Ernährung beschäftigt, kommt man um das Thema „Sauerkraut“ nicht herum. Also habe ich versucht, hier meine Einstellung zu überdenken und eventuelle Vorurteile einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Wie bin ich auf Sauerkraut gestoßen? Ich hatte mir das Buch „Darm mit Charme“ von Julia Enders als Hörbuch heruntergeladen und es in kürzester Zeit „ausgehört“. In dem Zusammenhang habe ich mich dann auch intensiv mit meiner Darmgesundheit und mit probiotischen Lebensmitteln beschäftigt: Und da war es, das Sauerkraut. Schnell fand ich heraus, dass gekauftes Sauerkraut eher suboptimal ist, da es oft wegen der Haltbarkeit erhitzt wird. Dabei werden dann direkt auch die guten Inhaltsstoffe mit abgetötet. Also: Selbst ist die Frau! Das kann ja nicht so kompliziert sein, selbst Sauerkraut herzustellen. Gesagt, getan! Das Ergebnis: Ich bin begeistert und inzwischen ein Sauerkraut-Fan. Mittlerweile esse ich es tatsächlich gern, wahrscheinlich auch, weil zwischen dem, was ich als Sauerkraut kannte und dem, was es nun ist, Welten liegen. Selbstgemachtes Sauerkraut ist knusprig, weiß und hat einen sehr intensiven tollen Geschmack. Aber bevor ich euch das Rezept schreibe und einige Möglichkeiten, wozu ihr Sauerkraut genießen könnt, erst einmal die gesundheitlichen Vorteile – Warum machen wir das alles?

Sauerkraut ist gesund: Es enthält probiotische Milchsäurebakterien, viele Ballaststoffe, ist vitaminreich und hat wenig Kalorien.

Sauerkraut entsteht durch die Fermentation von Weißkohl. Eine wichtige Rolle spielen hier die Milchsäurebakterien, die im Weißkohl enthalten sind. Im Laufe des Gärungsprozesses verarbeiten diese Mikroorganismen den Zucker aus dem frischen Kohl. Die Milchsäurebakterien an sich sind wundervolle Helfer, wenn es um die Verdauung geht. Sie unterstützen und stärken die Darmflora und halten sie gesund. Irrtümlich wird oft angenommen, dass Milchsäurebakterien etwas mit Milch zu tun haben. Das liegt wohl daran, dass sie das erste Mal in der Milch nachgewiesen wurden. Sie können in Milch entstehen, können aber ebenso gut pflanzlichen Ursprungs sein, wenn eben Gemüse fermentiert und der darin vorhandene Zucker umgewandelt wird. Dann sind sie gänzlich vegan und auch bei Laktoseintoleranz geeignet. Milchsäure ist im Ursprung also weder auf Laktose noch auf Milcheiweiß oder sonstige Milchbestandteile zurückzuführen. Eine Vielzahl verschiedener Stämme an Milchsäurebakterien besiedeln unseren Darm und haben eine positive Auswirkung auf unsere Gesundheit.

Das alles sind Gründe, warum Sauerkraut so wunderbar als (probiotisches) Lebensmittel geeignet ist. Aber das ist noch lange nicht alles: Sauerkraut enthält viele Vitamine, darunter Vitamin C und Vitamin B12, was natürlich gerade für Veganer oder eben Menschen, die wenig Fleisch essen möchten interessant ist. Außerdem enthält es viele Ballaststoffe und ist kalorienarm.

Ihr seht, Sauerkraut ist ein sehr spannendes Lebensmittel, wenn man sich gesund und ohne Nahrungsergänzungsmittel ernähren will. Die Herstellung ist echt easy und, wie gesagt, es schmeckt tatsächlich viel besser als das was man vielleicht als Sauerkraut in Erinnerung hat.

Rezept: Sauerkraut selber machen ist ganz leicht.

Was ihr braucht:

Schneidet den Weißkohl in kleine Stücke. Die Stücke sollten so groß sein, wie ihr sie gern essen möchtet. Ich habe sie nicht zu klein gemacht. Danach nehmt eine kleine Menge davon in eine Schüssel und gebt etwas Salz dazu und knetet das Kraut so lange bis Flüssigkeit entsteht.

Füllt dann das Kraut mit der Flüssigkeit in den Fermentier-Topf. Wer Kümmel und Wachholder-Beeren mag, kann davon etwas mit in den Topf geben und so das Sauerkraut noch verfeinern. Wiederholt das so lange, bis ihr das ganze Kraut einmal mit Salz durchgeknetet habt und alles im Topf ist. Es wird nicht so viel Flüssigkeit entstehen, dass das Kraut damit bedeckt ist. Deswegen fülle ich den Topf mit etwas Sauerkrautsaft auf. Wenn alles bedeckt ist, sollte das Kraut dann auch nicht schimmeln. Den gefüllten Topf könnt ihr dann abgedeckt ca. eine Woche bei Raumtemperatur stehen lassen. Ich fülle dann das fertige Sauerkraut in Einweggläser und schon ist es fertig, das selbstgemachte Sauerkraut.

Ihr seht, es ist wirklich nicht aufwendig. Das Kraut fermentiert ganz alleine. Der Aufwand beträgt ca. 30 Minuten bis maximal eine Stunde. Dann könnt ihr das Sauerkraut in Salaten genießen, pur zum Brot oder einfach nur als Snack.

Lasst es euch schmecken!

 

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