Ich bin ja tatsächlich so ein richtiger Porridge-Nerd. Ich habe mir schon vor Jahren Müsli warm gemacht. Damals wusste ich noch nicht, dass Porridge ein bekanntes Gericht aus Schottland ist. Inzwischen gibt es ja unzählige Porridge-Sorten, die man fertig kaufen kann: grob und fein, mit Obst und ohne oder mit Nüssen. Am liebsten mache ich mir aber mein Porridge selber. Da weiß ich genau was drin ist. Bei den meisten Kauf-Varianten ist ja teilweise sehr viel Zucker drin und auf Zucker möchte ich gern weitestgehend verzichten. Am Ende ist ein Porridge auch echt fix zubereitet. Es muss nicht lange vorbereitet werden oder muss ewig kochen. Das kann man gut morgens nebenbei in der Küche machen. Viele Zutaten benötigt ihr auch nicht dafür: Haferflocken und Milch sind eigentlich die Grundzutaten, alles andere ist Topping. Hier nehme ich gern Nüsse, Mandeln, etwas Trockenobst, Leinsamen, Chiasamen, Sonnenblumenkernen und etwas Obst: Banane, Kiwi, Apfel – was grad so da ist. Gesüßt wird mit Honig.

Warum ist Haferbrei das ideale Frühstück?

Ich mag es, früh direkt etwas Warmes zu essen, was dazu noch lange satt macht. Gerade, wenn man stressige Tage hat, finde ich es gut, direkt früh die wichtigsten Nährstoffe aufzunehmen. Und da hat Porridge eine Menge zu bieten. Schon alleine Haferflocken sind ein sehr gesundes Lebensmittel und wahrscheinlich mit Abstand die gesündeste Getreideart. Sie sind ein hervorragender Nährstofflieferant. Vor allem enthalten sie natürlich Kohlenhydrate, was hier langkettige Kohlehydrate sind, die lange satt machen. Hinzu kommt, dass in den Flocken viele Ballaststoffe enthalten sind, die unsere Verdauung anregen. Außerdem sind Haferflocken eine gute Proteinquelle. Deshalb sind sie auch interessant für eine vegane Ernährung. Vergleichsweise ist Hafer ein sehr fetthaltiges Getreide. Es handelt sich hier größtenteils aber um gesunde ungesättigte Fettsäuren. Neben dieser positiven Zusammensetzung der Makronährstoffe, enthalten Haferflocken auch viele sehr interessante Mikronährstoffe. Sie sind z. B. reich an B-Vitaminen und Vitamin H (Biotin), die wichtig für Haut, Haare und Nägel sind und für unsere Nerven. Darüber hinaus versorgt uns Hafer mit wichtigen Mineralien wie z. B. mit Zink, Eisen, Magnesium und Haferflocken können durch Beta-Glucan helfen, den Insulinspiegel zu senken. Nur ein Beispiel für Eisen, was ja vor allem für Frauen oft ein Thema ist: nur 40g Haferflocken decken zu ca. 16 Prozent den empfohlenen Tagesbedarf. Und: das sind nur die Haferflocken, die uns so viele gesunde Inhaltsstoffe liefern. Verfeinert man sein Porridge noch mit Leinsamen, Chiasamen, Kürbiskernen oder weiteren gesunden Fetten, kann man hier die Bilanz noch verbessern und hat tatsächlich mit einem Porridge am Morgen schon einen Großteil wichtiger Nährstoffe aufgenommen. Es gibt kaum eine bessere gesunde Frühstücksalternative.

Mein Porridge Rezept

Deshalb kommt jetzt hier mein ganz persönliches Porridge Rezept. Ich habe tatsächlich mal gewogen, um zu sehen, was eine Portion ist. So aufwändig ist es im Alltag dann tatsächlich nicht.

Zutaten für mein Porridge

150 ml Mandelmilch

40 g Haferflocken

5g Amaranth

5g Chiasamen

5g Kürbiskerne

10g Leinsamen

10g Mandeln

10g Datteln

1/2 Banane

Honig

Zubereitung

Ich gebe die Milch in den Topf und erwärme sie. Dann kommen die Haferflocken dazu und jeweils ein Teelöffel Amaranth, Chiasamen, Kürbiskerne, Leinsamen und Sonnenblumenkerne. Dann lasse ich alles ganz sanft kurz köcheln und zum Schluss füge ich noch kleingeschnittene Datteln, gehackte Mandeln und eine halbe Banane dazu. Ich lasse das Ganze dann noch kurz stehen, damit es etwas quellen und abkühlen kann. Dann ist es auch schon fertig: unser Frühstück.

Das tolle an Porridge ist ja, dass der Phantasie hier keine Grenzen gesetzt sind. Man kann beliebig verschiedene Trockenfrüchte, frisches Obst oder andere Saaten hinzufügen. Auch Mandelmus oder verschiedene Nüsse sind sehr lecker im Porridge. Ich probiere hier auch immer wieder gern etwas Neues und variiere die Kreation für etwas Abwechslung. Ein weiterer Vorteil, wie ich finde, die wichtigsten Zutaten hat man immer da. Es ist also nicht nötig, extra für ein Porridge verschiedene Zutaten einzukaufen. Allerdings muss man natürlich mit den Toppings aufpassen, dass sie nicht zu gehaltvoll sind oder eben eine Menge Zucker enthalten.

Energiebilanz

Meine hier angegebene Porridge-Variante enthält 420 kcal. Es ist also schon eine gehaltvolle, aber gesunde und lange satt-machende Mahlzeit.

Kalorien 420 kcal

Protein 15g

Kohlenhydrate 48g (davon Ballaststoffe 10g)

Fett 18g

 

Als zertifizierter Ernährungscoach unterstütze ich Menschen auf ihrem Weg zu einer gesunden Ernährung. Zu meinen Angeboten geht es hier.

Dass eine nährstoffreiche, pflanzenbasierte Ernährung gesund ist, daran besteht kein Zweifel mehr. Wenn du dich ausgewogen vegan ernährst, wirst du schnell merken, dass du mehr Energie hast und einfach fitter und aktiver bist. Du fühlst dich wortwörtlich wohl in deiner Haut, denn auch deine Haut wird klarer und strahlender. Eine vegane Ernährung beugt vielen Krankheiten vor oder kann bestehende Beschwerden lindern. „Vegan sein“ meint aber noch viel mehr – es ist ein ganzheitlicher Lebensstil, der einen nachhaltigen, umweltschonenden und tierfreundlichen Konsum beinhaltet. Es ist mir ein Bedürfnis, ein Herzenswunsch, hier einen Beitrag zu leisten und vielen Menschen Türen zu öffnen für sich selbst und auch für andere.

Der Weg zu einer veganen Ernährung ist meist kein direkter – es ist kein Kahlschlag oder eine extreme Veränderung von heute auf morgen. Meist sind es kleine Schritte und die Übergänge sind fließend. Am Anfang lässt man vielleicht einfach nur ein Fleischgericht pro Woche weg, dann zwei, dann drei. Man verzichtet mehr und mehr auf Fleisch und irgendwann lässt man schließlich auch andere tierische Produkte einfach weg, weil man merkt, dass es guttut und man sich einfach besser fühlt, wenn man sich gesund und ausgewogen ernährt.

Gesundheitliche Vorteile einer veganen Ernährung

Wer sich vegan ernährt, verzichtet auf Produkte, die von Tieren stammen. Die Ernährung ist also pflanzenbasiert – plantbased, um dieses schöne Wort einmal zu verwenden. Veganer verzichten also auf Fleisch, Wurst, Fisch, aber auch auf Milch, Eier, Käse und im allerweitesten Sinne auch auf Produkte, die durch Tiere gewonnen werden, wie z. B. Honig.

Vegane Lebensmittel wirken sich positiv auf unseren Säure-Basen-Haushalt aus.

Da die meisten tierischen Lebensmittel säurebildende Nahrungsmittel sind, führt ein übermäßiger Genuss zu einer Übersäuerung des Körpers. Auf die Dauer macht uns diese Übersäuerung krank. Wenn wir hier den Konsum einschränken und auf eine basenüberschüssige Ernährung achten, tun wir uns definitiv einen Gefallen und können so einige Krankheiten verhindern und unseren Körper entlasten.

Ohne tierische Fette sinkt der Cholesterinspiegel.

Da auf tierische Fette verzichtet wird und statt gesättigter Fettsäuren eher gesunde ungesättigte Fettsäuren in unseren Kreislauf gelangen, ist eine vegane Ernährung deutlich cholesterinärmer. Geringe Cholesterinwerte können das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken.

Und was ist mit Diabetes - Volkskrankheit Nummer eins?

Keine Krankheit ist in den letzten Jahren in Deutschland so rasant angestiegen wie Diabetes. Der Grund: Überzuckerung und Übergewicht. Ok, Zucker ist zwar vegan, aber natürlich ungesund. Die Erklärung dafür, warum Veganer seltener an Diabetes erkranken, liegt eher daran, dass sie seltener übergewichtig sind.

Ballaststoffe für eine gesunde Darmflora

Die vermehrte Aufnahme von Ballaststoffen ist ein weiterer positiver Aspekt einer veganen Ernährung. Mehr Ballaststoffe zu essen, ist eine der wichtigsten Ernährungsempfehlungen für eine gesunde Darmflora. Denn sie helfen Darmbakterien dabei, sich besser zu vermehren. Außerdem regulieren Ballaststoffe den Insulinspiegel sowie Entzündungsprozesse und den Fettstoffwechsel. Sie kurbeln die Ausschüttung von Sättigungshormonen an und erhöhen den Energieverbrauch und helfen so auch bei der Gewichtsreduktion.

Offizielle Stimmen bestätigen, dass vegane Ernährung gesund ist.

Lange wurde kontrovers diskutiert, ob die vegane Ernährungsform gesund und empfehlenswert ist. Inzwischen gibt es viele Stimmen, die die Vorteile bestätigen und eine pflanzliche Ernährung empfehlen:

„Es ist die Position der Academy of Nutrition and Dietetics, dass gut geplante vegetarische Ernährungsformen, inklusive streng vegetarischer oder veganer Ernährungsformen, gesund und nährstofftechnisch angemessen sind sowie Gesundheitsvorteile bezüglich der Prävention und Behandlung von gewissen Gesundheitszuständen haben können. Gut gestaltete vegetarische Ernährungsformen sind für Personen während aller Lebensabschnitte, inklusive Schwangerschaft, Stillzeit, Säuglingsalter, Kindheit und Jugend sowie für Sportler*innen geeignet.“

Aber auch in Deutschland äußern sich Institutionen positiv zur veganen Ernährung. Die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) benennt viele gesundheitliche Vorteile und unterstützt mit vielen Informationen.

Dennoch bedeutet vegan nicht automatisch gesund. Man kann sich auch sehr ungesund und trotzdem vegan ernähren. Mit Pommes, Bier, Keksen und Weißbrot tut man zwar den Tieren einen Gefallen, aber noch lange nicht sich selbst. Wenn ich von veganer Ernährung spreche, meine ich immer eine ausgewogene und gesunde Ernährungsweise 😉 und wenn man sich vollwertig vegan-vegetarisch ernährt, kann man das Risiko für zahlreiche ernährungs-mitbedingte Zivilisationskrankheiten verhindern.

Das Wichtigste ist aber am Ende, dass essen Spaß macht und sich nicht wie Verzicht anfüllt. Deswegen nähert man sich langsam dem Ziel und entdeckt auf dem Weg, viele neue ungeahnte Möglichkeiten – angespornt von einem neuen Gefühl von Leichtigkeit, Vitalität.

Warum habe ich mich auf vegane Ernährungsberatung spezialisiert?

Ich interessiere mich schon lange für gesunde Ernährung und hinterfrage mich hier selbst immer wieder sehr genau. Den Anfang der Reise kann ich von meinem heutigen Standpunkt aus gar nicht mehr datieren oder festmachen. Irgendwann habe ich einfach meinen Fleischkonsum hinterfragt und diese Glaubenssätze, die dahinterstehen. Irgendwie gehörte Fleisch zu einer „richtigen“ Mahlzeit einfach dazu. Das wurde an sich nie wirklich hinterfragt. Da Fleisch nicht zu einer gesunden und basenüberschüssigen Ernährung gehört, habe ich meinen Fleischkonsum einfach eingeschränkt: Es reicht ja, wenn man 1 oder 2 mal in der Woche Fleisch isst. So fing es an. Mit dem Fazit, dass ich irgendwann gar kein Fleisch und auch keine Wurst mehr gegessen habe. Das nächste waren Milchprodukte, die ja nun auch nicht ausschließlich förderlich für die Gesundheit sind. Hier habe ich lange nach einer pflanzlichen Alternative gesucht, die vor allem lecker im Kaffee schmeckt und da nicht anfängt, Flocken zu bilden. Als ich ein passendes Produkt gefunden habe, war es ganz einfach auf tierische Milch zu verzichten. So ging es Step by Step fließend ineinander über. Bei manchen Sachen bin ich tatsächlich auch nicht ganz so streng. Auf Honig z. B. möchte ich nicht verzichten. Ich achte dann aber auf die Qualität und kaufe Bio-Produkte. Ich denke, es ist schon ein riesen Schritt und eine immense Verbesserung, wenn man sich ein bisschen einschränkt und am Anfang kleine Schritte macht, die am Ende des Tages ein sehr großer Schritt sind. Diese kleinen Schritte bewirken schon so viel – für die eigene Gesundheit und für unsere Umwelt.

Mit einer veganen Ernährung schonen wir die Umwelt.

Womit wir beim nächsten Punkt wären: Mit einer veganen Ernährung tun wir etwas Gutes für unser Umwelt, was unser Klima, aber natürlich auch den Umgang mit Tieren miteinschließt. Warum und wie beeinflusst unsere Ernährung unsere Umwelt? Werden weniger Tiere gegessen und demnach auch gehalten, verringert sich der Ausstoß an Treibhausgasen. Und nicht nur ein kleines bisschen, sondern enorm: Die landwirtschaftliche Tierhaltung ist für 18 Prozent aller ausgestoßenen Treibhausgase verantwortlich. Das ist mehr, als durch den Verkehr ausgestoßen wird. Dazu kommt der hohe Wasserverbrauch, der durch die Fleischproduktion entsteht und die Verunreinigung der Böden durch Gülle. Sicher gibt’s hier noch viele weitere Argumente – auch was die Tierhaltung betrifft, aber ich wollte jetzt keinen wissenschaftlichen Aufsatz schreiben und ich denke, viele dieser Argumente sind auch ohnehin bekannt oder von Fachleuten veröffentlicht.

Ein veganer Lebensstil ist ganzheitlich und nachhaltig.

Es geht bei veganer Ernährung also nicht nur um eine Ernährungsart, sondern um einen ganzheitlichen und nachhaltigen Lebensstil. Vegan zu leben bedeutet, diese Prinzipien so gut es geht auch auf andere Lebensbereiche wie Kleidung, Kosmetik und Alltagsgegenstände auszuweiten. Für mich bedeutet das, dass ich darauf achte, was und wie viel ich konsumiere. Ich versuche Obst und Gemüse zu kaufen, für das keine Pestizide verwendet wurden, bei Kosmetik vermeide ich unnötige Chemie, Tierprodukte oder eben Produkte, wo Tierversuche durchgeführt wurden. Man kann das noch endlos ausweiten, am Ende ist es eine ganz persönliche und individuelle Entscheidung. Mir persönlich ist Nachhaltigkeit eine Herzensangelegenheit und es wird ja auch zunehmend wichtiger, auch für Unternehmen. Obwohl die Zahlen immer noch sehr gering sind. Deswegen ist es mir ein Anliegen, hier einen Beitrag zu leisten. Ich möchte Menschen dabei unterstützen, sich vollwertig und gesund zu ernähren. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie komplex diese Themen sind und wie aufwendig es ist, sich durch den Dschungel an Informationen zu kämpfen, um hier seinen eigenen Weg zu finden. Hier ist meine Hand … als Stütze, Inputgeber oder auch für den kleinen Stups von Zeit zu Zeit :-).

Als zertifizierter Ernährungscoach unterstütze ich Menschen auf ihrem Weg zu einer gesunden, veganen Ernährung. Zu meinen Angeboten geht es hier.

Hast du Kurkuma schon für dich entdeckt? Diesem Gewürz werden so viele gesundheitsfördernde Eigenschaften nachgesagt, dass es wortwörtlich in aller Munde ist. Ich bin ja immer wieder gern in Asien und liebe diese tollen Curry-Gerichte. Zuhause habe ich dann versucht, Kurkuma in meine tägliche Ernährung zu integrieren, da, wie gesagt, die vielen positiven Wirkungen einfach schlagende Argumente sind. Dieses Power-Gewürz ist nicht nur entzündungshemmend, es wirkt auch entgiftend, fördert die Verdauung und ist antioxidativ. Wegen seiner vielen positiven Eigenschaften wird Kurkuma schon seit vielen Jahren in der Traditionellen Chinesischen Medizin und im Ayurveda als Heilmittel eingesetzt. Am Anfang habe ich viel ausprobiert, wie ich Kurkuma alltagstauglich machen kann. Jeden Tag Curry essen wollte ich nicht unbedingt und z. B. die viel angepriesene warme Kurkuma Milch ist so gar nicht meins. Deshalb hier ein kleiner Kurkuma Blog-Artikel mit einigen Infos zur gesunden Ernährung mit der Wunderknolle verbunden mit verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten.

Wo kommt Kurkuma eigentlich her?

Die Kurkuma-Pflanze wächst in Asien. Indien ist das weltweit größte Anbauland, wobei der größte Anteil auch hier verbraucht wird. Seit mehr als 4.000 Jahren nutzen die Inder Kurkuma als Gewürz und auch als Heilmittel. Die Ähnlichkeit lässt es vermuten: Kurkuma ist mit Ingwer verwandt – es gehört zur Familie der Ingwergewürze. Geschmacklich ist Kurkuma aber nicht so scharf wie Ingwer. Es schmeckt milder, vielleicht sogar ein bisschen süßlich und bitter. Bekannt ist vor allem auch die intensive gelblich-orange Farbe.

Was macht Kurkuma aber nun so gesund?

Dafür ist der Wirkstoff Curcumin verantwortlich, der neben anderen Bestanteilen und ätherischen Ölen in der Wurzel steckt. Ich kannte Kurkuma ursprünglich nur durch Curry-Mischungen. Man kann es aber natürlich auch pur kaufen, in Kapselform oder als Pulver. Wenn ihr Kurkuma frisch verwenden möchtet, kann ich euch nur raten, bei der Verarbeitung Haushaltshandschuhe zu tragen. Ansonsten sind eure Hände nach der Verwendung erst mal orange-gelb. Auch alle Geräte, die mit Kurkuma in Berührung kommen, sind danach gelb, aber mit etwas Öl bekommt ihr das auch gut wieder weg.

Welche Wirkung hat Curcumin?

Die positive Wirkung, die Curcumin nachgesagt wird, ist so umfassend, dass man fast sagen kann: Es hilft gegen alles. Das ist natürlich nur scherzhaft gemeint. Tatsächlich muss man sagen, dass es nicht zu allen behaupteten Wirkungen auch wirklich Studien gibt, die das wissenschaftlich belegen. So weit so gut. Welche positiven Eigenschaften werden also immer wieder genannt, wenn es um die Verwendung von Kurkuma geht?

Kurkuma soll eine schmerzlindernde, antibakterielle, entzündungshemmende, antioxidative und verdauungsfördernde Wirkung haben. Hierzu werden Untersuchungen durchgeführt, um zu prüfen, inwieweit man Kurkuma einsetzen kann, um z. B. Demenz, Arthritis, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Lebererkrankungen, Magen-Darm-Erkrankungen und Nierenbeschwerden zu behandeln. Bei Demenz wird zum Beispiel vermutet, dass Kurkuma der Krankheit entgegenwirken kann, da die Inhaltsstoffe die Blut-Hirn-Schranke passieren können und so neurodegenerative Prozesse eventuell verhindern bzw. verlangsamen können. Ein Indiz ist die geringe Anzahl an Demenz-Erkrankungen in Indien, wo viel Kurkuma konsumiert wird. Durch seine entzündungslindernde Wirkung soll Kurkuma auch bei Rheuma hilfreich sein: Bei täglicher Einnahme von Kurkuma sollen die Gelenkschwellungen zurück gehen und Schmerzen werden gelindert. Darüber hinaus soll Kurkuma die Fettverdauung regulieren und sich somit lindernd auf Beschwerden wie Magenschmerzen, Blähungen, Verstopfungen oder Durchfall auswirken. Durch seine antioxidative Wirkung schützt das gelbe Pulver die Gesundheit der Körperzellen. Dadurch wird die körpereigene Immunabwehr gestärkt. Außerdem senkt die Wunderwurzel den Blutzucker- und Cholesterinspiegel und wirkt blutverdünnend und leberschützend. Wie gesagt, eine wahre Wunderknolle.

Wie kannst du die Bioverfügbarkeit von Curcumin erhöhen?

Man stößt also nicht nur als Asien-Fan auf Kurkuma, sondern auch, wenn man sich generell mit Gesundheit und gesunder Ernährung beschäftigt. Ich persönlich brauche auch nicht für alles eine wissenschaftliche Studie als Beweis. Dazu bin ich vielleicht auch zu sehr Yogi oder eben ein bisschen spirituell – wer weiß. Ich benutze Kurkuma jetzt schon sehr lange täglich und habe keine Nebenwirkungen festgestellt. Generell gilt, dass man achtsam mit sich und seinem Körper umgeht und sich natürlich selbst wahrnimmt und reflektiert, was einem guttut und was eher nicht und natürlich soll es schmecken. Ich persönlich liebe Curry-Gerichte und meinen Kurkuma-Shake. Ich verwende das Gewürz am liebsten in Pulverform. Man kann aber auch Kapseln nehmen oder Kurkuma frisch kaufen. Über den Tag verteilt esse ich ungefähr einen halben bis ein ganzen Teelöffel Kurkuma-Pulver. Das ist auch die empfohlene Menge, wenn man von den positiven Eigenschaften des Gewürzes profitieren will. Eine Möglichkeit ist natürlich, Kurkuma beim Kochen zu verwenden. Hier gibt es ja eine Menge leckere Gerichte, die ausprobiert werden können. Wie gesagt, jeden Tag Curry muss dann für mich auch nicht sein, von daher mag ich Kurkuma-Pulver ganz einfach in einem Shake. Ich nehme dafür etwas Apfelsaft, Obst, Kurkuma-Pulver, Leinöl – ok dann kommt noch etwas Gerstengras, Spirulina, Flohsamenschalen dazu – fertig ist mein Shake für den Tag. Ich finde hier kommt auch nicht dieser starke Geschmack so zum Tragen. Durch den Apfelsaft und das Obst schmeckt der Shake eher fruchtig. Eine andere Möglichkeit Kurkuma zu genießen, ist die Kurkuma-Milch, Kurkuma-Zitronen-Shots oder eben gepresste Säfte mit Kurkuma. Hier kann man sich echt austoben.

Allerdings ist die Bioverfügbarkeit von Curcumin nicht sehr hoch, d. h. es kann nicht sehr gut vom Körper aufgenommen werden und dementsprechend nicht seine volle Wirkkraft entfalten. Aber dafür gibt es eine Lösung: Einfach etwas schwarzen Pfeffer hinzugeben, dann kann Curcumin besser verwertet werden. Da Curcumin fettlöslich ist, könnt ihr auch jeweils ein bisschen Fett verwenden, um die Aufnahmefähigkeit im Körper zu erhöhen. Also einfach beim Kochen etwas Fett nehmen, in den Shake etwas Leinöl geben und den Kurkuma-Tee mit etwas fetthaltiger Milch genießen. Das Erhitzen erhöht die Wasserlöslichkeit. Allerdings ist zu viel Hitze über einen langen Zeitraum weniger gut für die Wirkstoffe an sich.

Ich hoffe, es war ein Tipp für euch dabei und ihr könnt auf eure Weise Kurkuma genießen und vielleicht ein bisschen Asien-Feeling nach Hause holen.

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Svadhyaya ist eines der Prinzipien, die Patanjali im Yoga Sutra beschreibt. Das Yoga Sutra ist eines der wichtigsten Standardwerke aus der Yoga-Philosophie. Patanjali beschreibt hier den achtgliedrigen Pfad, der uns durch verschiedene Stufen zur Erleuchtung – zu einem glücklichen Leben führt. Es ist ein Leitfaden für unsere Yoga-Praxis und für unser Leben. Die einzelnen Stufen bauen aufeinander auf und bedingen sich gegenseitig. Für jede einzelne Stufe gibt uns Patanjali Tipps und Verhaltensweisen an die Hand, die heute noch sehr lebensnah und konkret sind.

Der achtgliedrige Pfad auf einen Blick

1 Yamas – der Umgang mit der Umwelt
2 Niyamas – der Umgang mit sich selbst
3 Asanas – der Umgang mit dem Körper
4 Pranayama – der Umgang mit dem Atem
5 Pratyahara – der Umgang mit den Sinnen
6 - 8 Samyama – der Umgang mit dem Geist
6 Dharana – Konzentration
7 Dhyana – Meditation
8 Samadhi – das Höchste: die innere Freiheit

Svadhyaya gehört zu den Niyamas, zu den Prinzipien, die den Umgang mit uns selbst thematisieren. Das Wort „Sva“ bedeutet Seele und Selbst und das Wort „Adhyaya“ heißt übersetzt Studium. Es geht also um die Erforschung unserer Seele, um unser Selbst. Selbsterforschung meint hier „an etwas nahe herangehen“, sich selbst reflektieren, sich erkennen und kritisch zu hinterfragen. Dies machen wir ja permanent in unserer Yoga-Praxis, obwohl es uns hier vielleicht gar nicht wirklich bewusst ist, beobachten wir uns und unsere Intentionen und Grenzen. Wir nehmen wahr, welche Asanas uns gefallen, welche uns eher unangenehm sind. Wir reflektieren, an welchem Punkt wir den Atem verlieren, dann holen wir ihn bewusst zurück und wir spüren sehr intensiv in unsere Grenzen hinein, um sie eventuell zu verschieben. Wir beobachten unseren Geist und unsere Emotionen. Ist mein Geist still oder spielt er mir Streiche? Welche Gedanken kommen mir in den Sinn, wie kann ich den Geist noch mehr zur Ruhe bringen? Atmen! Und natürlich durchleben wir eine bunte Farbpalette an Emotionen von „ah, ich fühle mich so leicht und frei“ bis „um Himmels Willen, ich kann diese Asana keine Sekunde länger halten, verflucht.“ Im zweiten Schritt versuchen wir vielleicht sogar, dem auf den Grund zu gehen und fragen uns, wo diese Emotionen herkommen, was sie mit uns machen und ob man negative Emotionen in positive Gefühle verwandeln kann. Genau dann sind wir bereits dabei, uns selbst zu erforschen – Svadhyaya. Yoga ist ein wunderbarer Startpunkt und ein tolles Tool für die Selbsterforschung. Neben Yoga gibt es natürlich noch weitere verschiedene Wege und sicher hat jeder sein ganz persönliches Mittel, um sich selbst zu reflektieren und wahrzunehmen. Man kann sich zum Beispiel auch durch Meditation und Atemübungen nahekommen, durch achtsame Spaziergänge, Fastenkuren oder auch, indem man seine Gedanken aufschreibt. Manchmal ist es ganz banal und man hat eine Erkenntnis unter der Dusche oder beim Zähneputzen.

Svadhaya - sich selbst nahe sein

Sich selbst so nahe zu kommen, kann natürlich auch erst einmal unangenehm sein. Man kann sich einfach schlecht selbst etwas vormachen und sich selbst belügen. Nicht, dass man das nicht manchmal trotzdem versucht, aber im tiefsten Inneren, weiß man, dass man sich selbst anlügt und dass einen das natürlich nicht weiterbringt. Wenn man sich also selbst wirklich nahekommt, ist man sehr ehrlich und das tut manchmal auch weh. Aber Ehrlichkeit und Selbsterkenntnis sind der erste Schritt, um kleine Veränderungen anzuschieben. Was sind also meine Emotionen in bestimmten Situationen? Was triggert mich und warum? Wo kommen Bedürfnisse und Wünsche her? Was sind „komische“ Gewohnheiten und Verhaltensweisen, die ich ablegen will? Was ist meine Sicht auf die Dinge? Was wären alternative Sichtweisen oder andere Möglichkeiten zu handeln? Sich selbst zu erforschen ist eine Reise, die auch nie wirklich beendet oder am Ziel ist – und genau das ist ja das Spannende! Definitiv endet diese Reise nicht bei den Fragen oder bei deren Beantwortung. Sich selbst zu reflektieren und überhaupt wahrzunehmen, dass einen eine Situation triggert, klingt erst einmal einfach und vielleicht selbstverständlich – aber für viele ist dieser erste Schritt der Schwerste. Manchmal sieht man einfach den Wald vor lauter Bäumen nicht und warum soll man etwas hinterfragen, dass schon immer so ist? Hat man dann das Übel beim Schopf gepackt und Ursachen ausgemacht, ist die Situation noch lange keine andere, man selbst ist noch derselbe. Svadhyaya heißt nicht, sich mit sich selbst im Kreis zu drehen. Das ist nicht Sinn der Sache.

Selbtstreflektion – ein erster Schritt für Veränderung

Um eine Veränderung anzuschieben, kann man ebenfalls Yoga als Tool nutzen. Hier probieren wir verschiedene Lösungsmöglichkeiten, nehmen überhaupt erst einmal wahr, dass es Möglichkeiten gibt, eine Asana anders auszurichten. Fühlt sich eine Körperhaltung nicht gut an, verändern wir die Basis, die Fußstellung, den Abstand, richten dann vielleicht die Hüfte neu aus oder bringen mehr Weite in den Brustkorb, entspannen die Schultern. Wir haben hier Werkzeuge, die wir anwenden können und genauso haben wir diese Werkzeuge in unserem Alltag. Hier ist es nur manchmal schwierig, die richtigen Schrauben zu erkennen und zu benennen, aber es gibt sie. Ein Tool, was immer funktioniert und was wir im Yoga bis zur Perfektion treiben, ist die Kontrolle unseres Atems und damit verbunden die Kontrolle unseres Geistes. Wir können in nahezu jeder Situation einfach atmen und so die Spannung rausnehmen und eine vorschnelle Reaktion verhindern. Dies bedarf viel Übung und klappt natürlich nicht immer. Aber hey, am Ende sind solche Trigger-Situationen Gold wert, weil man an ihnen herrlich üben kann. Ich hatte z. B. in meinem früheren Leben einen fürchterlich toxischen, cholerischen Chef. Ein unmittelbarer Trigger – jeden Tag vor der Nase. Ich habe hier in vielen Situationen Tag für Tag tief ein- und ausgeatmet, um einfach sachlich und gelassen zu bleiben. Natürlich gab es auch eine Menge ausgearbeitete Strategien, um mit diesem toxischen Arbeitsumfeld umzugehen. Ich konnte mich also herrlich in dieser Situation abarbeiten und viel über mich selber lernen. Aber irgendwann ist es dann auch genug gewesen und ich habe die Situation verlassen. Yoga ist, wie gesagt, für mich eine wunderbare Quelle, um mir selbst nahe zu sein, mich zu erfahren, zu spüren, wo es klemmt und immer offen zu sein für Lösungsmöglichkeiten. Yoga bietet hier nicht nur viele Ansätze, sondern es bietet auch den Raum, um sich nahe zu sein. Man nimmt sich bewusst Zeit für sich selbst, für Selbsterforschung und Reflektion. „Man hat ein Date mit sich auf der Matte.“ Im Alltag ist es manchmal schwer, sich immer wieder Zeit für sich selbst zu nehmen, aber durch die Yoga-Praxis ist Quality-Time garantiert und ich persönlich kann dies besser realisieren als einen täglichen Spaziergang.

Es ist wieder so weit: Zeit für Fasten. Gerade nach der Weihnachtszeit und als Neuanfang für ein beginnendes Jahr ist eine Fastenkur perfekt. Leider schaffe ich es nicht jedes Jahr. Manchmal ist man einfach zu eingespannt und ich weiß für mich, dass ich Arbeit und Stress nicht gut mit dem Fasten verbinden kann bzw. passt das einfach nicht zusammen. Umso mehr freue ich mich, dass ich mir dieses Jahr die Zeit nehmen kann. Ich habe auch das Gefühl, dass es dringend nötig ist. Da haben sich eine Menge schlechte Angewohnheiten eingeschlichen und ich ernähre mich gerade nicht so sauber und gesund, wie ich es eigentlich möchte. Für mich ist da manchmal so ein großer Break besser als viele kleine Schritte.

#Cut – zurück auf Anfang bitte!

Der komplette Verzicht auf feste Nahrung leitet die körperliche aber auch eine geistige Entgiftung ein. Es fällt mir in diesem Zustand leichter, den nötigen Abstand zu finden, um schlechte Gewohnheiten aufzudecken und loszulassen. Fasten bedeutet für mich Ruhe, Entgiftung, Loslassen, mich neu ausrichten und mich mit mir selbst zu beschäftigen. Durch eine Fastenkur finde ich einfacher den Weg zurück zu einer gesunden Ernährung. Aber nicht nur bei der Ernährung wird man mit sich selbst konfrontiert. Fasten greift auf so vielen Ebenen. Was ist Hunger überhaupt? Was sind seelische Bedürfnisse, die dahinterstecken? Wie gehe ich mit diesen Bedürfnissen um und wie kann ich sie in meinem Alltag erfüllen? Welche Gewohnheiten möchte ich etablieren? Fasten ist Quality-Time. Ich nehme mir einfach sehr viel Zeit für mich, für Reinigungsrituale, Bewegung, ein gutes Buch, Sauna. Es ist Wellness pur und ich fühle mich dabei so fit, klar und bin voller Ideen. Das eigentliche Fasten ist auch nicht wirklich schwer, eine wirkliche Hürde ist das Anfangen und das Aufhören.

Eine Fastenkur beginnt mit den Entlastungstagen.

Das eigentliche Fasten wird durch die Entlastungstage eingeläutet. Ich nehme mir hier mindestens drei Tage, um mich seelisch und moralisch darauf einzustellen. Außerdem ist es nochmal ein Check, ob ich alle Utensilien und Lebensmittel habe, die ich in der Zeit benötige, weil Einkaufen möchte ich nicht gehen müssen. Das wäre ja Selbstquälerei, wenn man sich mit leckeren Lebensmitteln und Gerüchen konfrontiert. In den Entlastungstagen stellt man dann auch schon die Ernährung um, d.h. keine Süßigkeiten, keinen Zucker mehr, nix deftiges, keine tierischen Produkte oder generell keine säurebildenden Lebensmittel. Ich trinke schon in den Entlastungstagen keinen Kaffee mehr, esse Suppen und versuche auf Brot zu verzichten – also Porridge zum Frühstück. Am vierten Tag wird dann der Darm entleert. Das ist nicht unbedingt der angenehmste Teil, aber absolut notwendig, denn wenn der Magen und Darm leer sind, hat man kein Hungergefühl mehr. Von daher: Augen zu und durch. Ich nehme hierfür Glaubersalz – ca. 30-40g. Es gibt aber auch andere Möglichkeiten (Sauerkrautsaft usw.). Ich mische das Glaubersalz mit Apfelsaft und mache etwas Zitrone hinein, damit es nicht ganz so widerlich schmeckt. Beim Trinken halte ich mir die Nase zu und versuche alles in einem Zug zu schaffen. Danach muss viel getrunken werden, da dem Körper Flüssigkeit entzogen wird. Wenn man diese Prozedur hinter sich gebracht hat, geht es los: Es wird nichts Festes mehr gegessen.

Ruhe heilt. Beim Fasten entgiften Körper, Geist und Seele.

Ich finde es immer wieder erstaunlich, welche Prozesse durch diesen Nahrungsverzicht angeregt werden. Nach nur wenigen Tagen stellt der Körper seine Energiegewinnung um. Da der Glukosespeicher relativ schnell aufgebraucht ist, wird die benötigte Energie aus den körpereigenen Reserven gewonnen, was letztendlich Körperfett ist. In den Zellen wird nach Energiequellen gesucht und schädlichen Strukturen werden abgebaut. Die sogenannte Autophagie beginnt - unser Körper reinigt sich selbst von Innen. Schädliche oder sogar krankhafte Zellbestandteile werden verwertet und ausgeschieden. Der Körper mistet aus und verdaut sich selbst. Autophagie wird auch mit Selbstverdauung übersetzt. Dieser ganze Prozess ist natürlich gesundheitlich wahnsinnig förderlich und es ist außerdem eine Verjüngungskur.

Damit die Giftstoffe leichter abtransportiert werden können, gibt’s es verschiedenen Rituale. Bewegung ist wichtig und wohltuend, da so der Stoffwechsel angeregt wird. Das Trockenbürsten durchblutet und regt vor allem die Entgiftung über die Haut an, was ja unser größtes Entgiftungsorgan ist. Mit einer weichen Körperbürste massiert und bürstet man seinen Körper – ein schönes kleines Morgenritual. Ich verbinde das Fasten auch mit Ölziehen, was ich dann auch in meine Morgenroutine integriere. Beim Ölziehen werden die Giftstoffe im Mund gebunden und entfernt. Mittags gibt es dann einen Leberwickel, um die Leber beim Entgiften zu unterstützen – quasi eine Wärmflasche auf der rechten Bauchseite. Das ist herrlich angenehm und meistens so entspannend, dass ich einschlafe. Ein Mittagsnickerchen gehört für mich ganz selbstverständlich in einen Fastentag. Für viele eher ungewohnt oder unangenehm sind Einläufe, die natürlich wichtig sind, um Giftstoffe aus dem Körper zu entfernen.

Für mich ist neben diesen ganzen körperlichen Aspekten auch die seelische Reinigung ein sehr wichtiger Bestandteil. Ich nehme mir dann besonders viel Zeit für mich, spaziere, lese, mache viel Yoga, meditiere, gehe in die Sauna. Ich fühle mich in der Zeit irgendwie befreit, bin sehr klar und kreativ. Nach ein paar Tagen stellt sich ein richtiges „Hoch-Gefühl“ ein. Ich könnte Bäume ausreisen. Der Körper ist halt nicht mehr mit der Verdauung beschäftigt und hat Energie. Aber natürlich spielt Essen im Kopf eine große Rolle. Der Geruchs- und Geschmacks-Sinn sind besonders intensiv und es gibt Tage, da könnte ich alles essen. Ich versuche diesen Zustand sehr bewusst wahrzunehmen und genieße es, so intensiv zu schmecken, zu riechen und zu spüren. Dieser Heißhunger ist ja am Ende nur Kopfsache und ich habe mich viel gefragt, wo eigentlich dieser Appetit herkommt.

Das Fastenbrechen ist die größte Herausforderung.

Dieser Heißhunger macht auch die Aufbautage so schwer, weil man dann ja eigentlich alles wieder essen kann. Da muss ich mich dann schon sehr zügeln. Der Magen wäre ja auch völlig überfordert, wenn man direkt mit einem fetten Gericht anfängt und sich überfrisst. Das wohl bekannteste Zitat zum Fastenbrechen stammt von George Bernard Shaw „Jeder Dumme kann fasten, aber nur ein Weiser kann das Fasten richtig brechen.“ Deshalb sollte auch das Fastenbrechen gut vorbereitet werden. Ich habe ganz bewusst nichts Süßes zuhause und kaufe im Vorfeld schon alle Zutaten für eine Suppe oder einen Salat und natürlich viel Obst. So kann ich gar nicht erst in Versuchung geraten. Außerdem soll ja das Fasten ein Anlass sein, zurück zu einer gesunden und ausgewogenen Ernährung zu finden. Noch bin ich mittendrin – bei Tag sechs – aber mein Fazit oder mein Wunsch wäre es, regelmäßiger die Zeit für eine Fastenkur zu haben. Dieses Gefühl und alle gesundheitlichen Vorteile sind einfach gigantisch und es tut mir so gut, zur Ruhe zu kommen und mich mit mir selbst zu beschäftigen.

Eine Einkaufsliste für deine Fastenkur.

Für alle, die gern den Versuch wagen möchten und eine Fastenkur planen, habe ich mal alle wichtigen Utensilien und Lebensmittel zusammengestellt. Nicht alles ist zwingend notwendig, aber vielleicht ein guter Hinweis oder eine Anregung.

Als zertifizierter Ernährungscoach und Fasten-Fan biete ich begleitete Fastenkuren an. Zu meinen Angeboten geht es hier.

Man stößt definitiv einen Prozess an, wenn man beginnt, sich mit Nachhaltigkeit und Plastikmüll zu beschäftigen. Bei mir fing es mit Lebensmitteln an. Da achte ich schon länger auf Nachhaltigkeit, was für mich bedeutet, dass ich vor allem Obst und Gemüse aus biologischem Anbau kaufe und versuche Plastikverpackungen zu vermeiden. Am Anfang dieser Reise, als es in meiner Nähe noch keinen Biomarkt gab, dachte ich, ich bin schlau, wenn ich einen Bio-Lieferdienst nutze. Ok, Anlieferung ist vielleicht nicht das Wahre, aber für den Moment schien es mir die beste Alternative zu sein. Hinzu kam, dass sich die Verpackung sehr in Grenzen hielt bzw. gänzlich auf Plastik verzichtet wurde. Ich bestellte also Woche für Woche Birnen, Bananen, Äpfel und Gemüse. Als ich dann aber das Kleingedruckte las und feststellte, dass meine Bio-Birnen aus Argentinien den Weg zu mir finden, war ich dann weniger begeistert. Zum Glück gibt es inzwischen in der Nähe einen Biomarkt, wo ich mit dem Fahrrad hinfahren kann und wo ich schneller sehe, ob es sich um regionale Produkte handelt. Ein weiterer großer Pluspunkt: Obst und Gemüse werden in Papier eingepackt – perfekt!

Aber auch ich bin bequem und gehe natürlich auch oft in den Supermarkt. Toll, da gibt es inzwischen auch eine Obst- und Gemüse-Bio-Ecke, aber warum in aller Welt ist ausgerechnet da immer alles in Plastik verpackt? Ein Elend! Da blutet mir das Herz. Wenn ich dann doch unverpackte Tomaten finde und dafür nicht extra eine Plastik-Tüte nehme, werde ich jedes Mal an der Kasse gefragt, ob ich nicht eine Tüte möchte: Nein, danke, möchte ich nicht.

Wie kann man im Bad Plastikmüll vermeiden?

Viel schlimmer ist der Konflikt, wenn ich Kosmetik einkaufe. Irgendwann hatte ich so einen Moment, in dem ich dachte, das geht so nicht weiter. Da musst du dringend mehr tun und mehr darüber nachdenken. Wie kann ich im Bad Plastikmüll vermeiden? Gibt es hier vielleicht noch andere Möglichkeiten, an die ich noch nicht gedacht habe? Gerade im Bad benutzen wir so viele Plastik-Produkte und produzieren unglaublich viel Müll: Bei Zahnbürsten, Zahnseide geht es los und mit Einwegrasierern, Ohrenstäbchen, Duschbad und Haarwaschmittel geht es weiter. Da ist Mikro-Plastik in Peelings usw. noch gar nicht dabei. Mittlerweile gibt es zwar schon viele Produkte ohne Mikroplastik, ohne Chemie, ohne Tierversuche und mit biologisch erzeugten Inhaltsstoffen – aber das Müll-Problem ist damit nicht behoben. Ok, man kann natürlich z. B. Ohrenstäbchen, Haar- oder Handbürsten plastikfrei kaufen, aber das schien mir etwas wenig in Anbetracht der Mengen an Müll, die ich immer noch produziere.

Seifen gibt es chemiefrei und biologisch – und sie sind nicht in Plastik verpackt.

Die Idee, wie man dies ein bisschen verringern kann, kam mir, als ich mit einer Freundin in der Sauna war. Erst musste ich etwas lachen, als sie eine Dose mit verschiedensten Seifen rauskramte, aber schließlich fand ich die Inspiration toll. Gedacht: Getan. Es gibt ja inzwischen echt wahnsinnig viele Hersteller, die sich diesem Thema angenommen haben. Online bestellen wollte ich nicht. Außerdem fand die Produkte, die hier angeboten werden, auch ziemlich preisintensiv. Also habe ich einfach mal im Drogerie-Markt geschaut und hey, es gibt da tatsächlich eine große Auswahl an Naturkosmetik Seifen.

Zugegeben: Erst war ich etwas skeptisch, ob das tatsächlich was für mich ist. Vor allem die Vorstellung, sich mit Seife die Haare zu waschen, fand ich zunächst komisch. Schäumt das auch richtig? Kann eine Seife meine Haare ausreichend pflegen? Aber am Ende geht probieren über studieren. Ich habe eine Seife fürs Gesicht gekauft, eine zum Duschen und eine für die Haare. Alles Naturkosmetik Seifen, die nicht nur schön aussehen, sondern auch noch gut riechen und Haut und Haare pflegen. UND: keine Plastikverpackung – wie herrlich.

Es dauerte eine Weile, bis ich mich daran gewöhnt habe, aber mittlerweile ist es völlig ok, nur noch Seifen zu verwenden. Ich bin von dem Ergebnis begeistert. So spare ich schon mal eine Menge an Verpackungen ein, aber am Ende ist es auch nur ein kleiner Schritt.

Mit einem plastikfreien Rasierer Müll vermeiden.

Beim Rasieren geht es weiter – keine Plastik-Einwegrasierer mehr und auch keine Plastik-Klingen zum Wechseln. Also, was ist die Alternative? Ich bin auf den Rasierhobel gestoßen – zugegeben der Name ist brutal und hoffentlich nicht Programm. Wer will schon gerne seine Haut mit einem Hobel bearbeiten? Nun ja, vielleicht braucht es ja da eine Marketing Managerin? Aber zurück zum Thema: Mein neuer Rasierer ist aus Metall und ich kann ganz einfach die Klinge wechseln, was hier wirklich nur die Rasierklinge ist. Kein Plastikmüll mehr – wie schön! Vor der ersten Rasur hatte ich ganz schön Respekt und blutrünstige Bilder vor Augen. Wie sich herausstellte, war das völlig überflüssig, denn das Rasieren klappt ganz wunderbar und ist nicht wirklich anders als vorher mit den Plastik-Rasierern.

Erste kleine Schritte, aber besser als nichts. Trotzdem ist es immer noch eine Menge, was im Bad so alles an Plastikmüll anfällt. Von einem Zero-Waste-Badezimmer bin ich offensichtlich noch weit entfernt. Wenn man dahin will, müsste man wohl tatsächlich so einige Produkte mit selbstgemachter Naturkosmetik ersetzen. Ok, bei Bodylotion ist das nicht so schwer. Hier kann man beispielsweise Kokosöl aus einem Glas verwenden. Haarspülung habe ich teilweise auch schon aus Leinsamen hergestellt. Jedoch ist da noch eine Menge Luft nach oben und ich überlege weiter, was man da noch verändern könnte. Wenn ihr Ideen und Erfahrungen habt, schreibt mir gerne!

Das Leben ist ständige Veränderung: Wir verändern uns im Innen und unser Außen verändert sich mit uns. Alles ist vergänglich. Schon Heraklit sagte: „Wir können nicht zweimal in denselben Fluss steigen.“

Immer wieder eröffnen sich uns neue Herausforderungen. Oft ist dies negativ belegt, obwohl wir uns doch neuen Herausforderungen voller Freude stellen sollten. Jede neue Situation birgt in sich soviel Potential, wir wachsen an jeder Herausforderung, die sich uns offenbart. Im Yoga lernen wir, achtsam Widerstände und Grenzen wahrzunehmen. Wir lernen zu spüren, wie weit wir in der Lage sind zu gehen. Unsere Yoga-Praxis ermöglicht uns, diese Widerstände bewusst anzunehmen und sie in Chancen umzuwandeln. Das heißt nicht, dass es nicht auch Situationen gibt, in denen wir uns verheddern, in denen es keinen Ausweg zu geben scheint. Wir kreisen um ein Problem und sehen die Lösung nicht. Hier Gelassenheit und Vertrauen zu entwickeln, ist tatsächlich ein immer wiederkehrender Prozess. Dazu gibt es eine schöne Geschichte, die mich persönlich immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholt und mir sehr viel Gelassenheit schenkt. Wenn man diese Weisheit verinnerlicht, nimmt man Abstand vom eigentlichen Problem, man verlagert den Schwerpunkt und ist in der Lage, eine andere Perspektive einzunehmen. Mir schenkt diese Geschichte Hoffnung und Vertrauen. Vertrauen oder die Gewissheit, dass auch diese schwierige Situation sich zum Guten wenden wird. Wenn es mir gut geht und ich das Leben in vollen Zügen genieße, holt mich diese Weisheit aber genauso zurück und macht mir bewusst, dass auch dies vergänglich ist. Umso achtsamer und behutsamer zelebriere ich dann diese guten Zeiten. Hier kommt für euch nun die Geschichte. Auf das sie euch Kraft schenkt, Gelassenheit und Urvertrauen.

Auch das geht vorüber: Eine Sufi Geschichte.

Ein König wollte sich einen wunderschönen Ring anfertigen lassen. Er sagte zu den Weisen und Gelehrten am Hof: „Ich möchte in dem Ring eine verborgene Botschaft haben, die mir in Zeiten völliger Verzweiflung helfen kann. Sie muss sehr kurz sein, damit sie unter dem Diamanten des Rings verborgen werden kann.“

All die Weisen, all die großen Gelehrten hätten lange Abhandlungen schreiben können. Aber ihm eine Botschaft zu geben, die nur zwei oder drei Worte enthielt und ihm in Zeiten größter Verzweiflung helfen würde, fanden sie nicht.

Der König hatte einen alten Diener, der ihm fast wie ein Vater war. Der alte Mann sagte: „Ich bin kein Weiser, bin nicht gebildet und nicht gelehrt, aber ich kenne die Botschaft. Es gibt nämlich nur eine Botschaft. Diese Männer können sie dir nicht geben. Nur ein Mystiker, jemand, der sich selbst erkannt hat, kann sie dir geben.

Und er schrieb die Botschaft auf einen kleinen Zettel, faltete ihn zusammen und sagte zum König: „Lies sie nicht jetzt. Halte sie in deinem Ring verborgen und öffne sie erst, wenn alles gescheitert ist, wenn es keinen Ausweg mehr gibt.“

Diese Zeit sollte bald kommen. Das Land wurde überfallen, und der König verlor sein Reich. Er musste auf seinem Pferd fliehen, um sein Leben zu retten. Die feindlichen Reiter verfolgten ihn. Sie waren in der Überzahl und er war ganz allein. Er kam an einen Ort, wo er anhalten musste, weil der Weg zu Ende war – er stand an einer Klippe über einem tiefen Abgrund. Dort hinunter zu fallen, wäre das Ende gewesen. Er konnte nicht zurück, weil dort die Feinde waren.Plötzlich erinnerte er sich an den Ring. Er öffnete ihn, nahm den Zettel heraus, und darauf stand eine kurze Botschaft: „Auch dies wird vorübergehen.“ Während er den Satz las, wurde er ganz still. „Auch dies wird vorübergehen.“ Und es ging vorüber. Alles geht vorbei. Nichts ist beständig in dieser Welt. Die Feinde, die ihn verfolgten, hatten sich wohl im Wald verlaufen. Nach einer Weile konnte er die Laute ihrer Hufe nicht mehr hören.

Der König verspürte große Dankbarkeit gegenüber seinem Diener und jenem unbekannten Mystiker. Diese Worte hatten wie ein Wunder gewirkt. Er faltete den Zettel wieder zusammen, steckte ihn zurück in den Ring. Er sammelte seine Truppen wieder um sich und eroberte sein Reich zurück. Und der Tag, an dem er siegreich wieder in seine Hauptstadt einzog, wurde in der ganzen Stadt großartig gefeiert, mit Musik und Tanz. Er war sehr stolz auf sich selbst.

Der alte Mann ging neben seinem Wagen her. Er sagte: „Auch jetzt ist es wieder der richtige Moment. Schau die Botschaft noch einmal an.“ „Was meinst du damit?“ sagte der König. „Jetzt bin ich siegreich. Das Volk feiert mich. Ich bin nicht verzweifelt. Ich bin in keiner ausweglosen Situation.“

„Hör mir zu,“ sagte der alte Mann. „Das hat mir der Heilige damals gesagt: Diese Botschaft ist nicht nur für Zeiten der Verzweiflung, sie ist auch für Zeiten der Freude. Sie gilt nicht nur, wenn du Verlierer bist. Sie gilt auch, wenn du Sieger bist; nicht nur wenn du der Letzte bist, sondern auch wenn du der Erste bist.“

Der König öffnete seinen Ring und las die Botschaft: „Auch dies wird vorübergehen.“ Und plötzlich überkam ihn derselbe Frieden, dieselbe Stille – mitten in der Menge, die jubilierte, feierte und tanzte. Sein Stolz und sein Ego waren verflogen. Alles geht vorüber.

Er bat seinen alten Diener, in seinen Wagen zu kommen und neben ihm zu sitzen. Er fragte ihn: „Gibt es noch etwas? Alles geht vorüber… Deine Botschaft hat mir ungemein geholfen.“ Der alte Mann sagte: „Das Dritte, was mir der Weise damals sagte, war: „Vergiss nicht, dass alles vorübergeht. Nur du bleibst, du bleibst ewig als Zeuge.“

Alles geht vorbei, aber du bleibst. Du bist die Wirklichkeit, alles andere ist nur ein Traum. Es gibt schöne Träume, und es gibt Alpträume. Aber es spielt keine Rolle, ob es ein schöner Traum oder ein Alptraum ist. Was eine Rolle spielt, ist das, was den Traum sieht. Dieses Sehen ist die einzige Wirklichkeit.

Die Berghaltung, auch Tadasana genannt, ist eine Yoga-Asana, der immer etwas wenig Beachtung geschenkt wird. Das ist sehr schade. Für mich ist sie ein sehr wichtiger Moment im Yoga-Flow, ein Moment, in dem wir ganz bewusst innehalten und uns ein Lächeln schenken. Ein Augenblick, in dem wir uns fokussieren und ganz klar sind. Wir verwurzeln uns ganz intensiv mit unseren Füßen in der Matte und erden uns, während die Kopfkrone in den Himmel strebt. Wir können uns hier als Bindeglied dieser beiden kraftvollen Elemente spüren. Außerdem stehen Berge für mich für Erhabenheit und Kraft, für „in sich ruhen“, für Frieden und Gelassenheit. Ich bin gerne in den Bergen, besteige Gipfel und genieße dann den Überblick über eine wunderschöne Natur. Ja, das sind Momente des Glücks und dieses Glück, diese Ruhe und das Gefühl, ganz bei mir im Hier und Jetzt zu sein, kann ich auch im Yoga, in Tadasana spüren. Es ist eine stark aktivierende, kraftvolle Position, in der ich ganz präsent bin und in der Freude aufkommt, Freude auf das was kommt, nämlich der Yoga-Flow.

Die Geschichte von Shiva und Ganga

Es gibt eine wunderschöne Geschichte zu dieser Asana, die ich hier gerne einmal teilen möchte. Ich habe sie im Buch von Alanna Kaivalya und Arjuna van der Kooij „Myth of Asanas“ gefunden.

Die Geschichte spielt im Himalaya, dem höchsten Gebirge der Erde. Es ist bekannt dafür, dass dort gern Yogis und Weise hingehen, um zu praktizieren und zu meditieren. Im Himalaya entspringt der Ganges, der auch „Fluss des Lebens“ genannt wird.

Die mythologische Geschichte von Shiva und Ganga:

Es gab eine Zeit in der die Göttin Ganga, die Göttin des Ganges, auf die Erde hinabblickte und entsetzt war. Sie sah, wie die Menschen von Täuschung, Gier, Hass und anderen geistigen Übeln befallen waren. Sie erkannte, wie das Zwietracht und Leid erzeugte. Um die Menschheit von diesem Elend zu befreien, wollte Ganga als eine gewaltige, reinigende Flut auf die Erde herabzustürzen.

Shiva erfuhr von Gangas Absicht. Als Gott der Vernichtung aller Unwahrheit kannte auch er die reinigende Kraft der Zerstörung. Doch ihm war auch klar, dass Gangas machtvolle Flut die Menschheit nicht nur reinigen, sondern auch vollständig auslöschen würde. Aus Mitgefühl für die Menschen fing Shiva die mächtige Flut in seinen langen Haaren ein. Er formte aus seiner Haarpracht einen Knoten und ließ die Fluten Gangas durch seine Haare kreisend und erst dann sanft auf die Erde herabgleiten. So blieb die reinigende Kraft Gangas erhalten, wurde aber zugleich in ein sanfteres Strömen überführt.

In dieser Geschichte kann man sehr schön diese Naturgewalten nachempfinden: Der mächtige, standhafte Berg und der bewegende, reinigende Fluss. Das alles bietet uns im Yoga die Berghaltung, die wir einnehmen bevor wir in den Sonnengruß starten. Gründe, warum ich diese Position gern etwas länger halte, um mich hier wirklich sammeln zu können und um diesen Qualitäten ausreichend Raum zu geben.

Namasté

Yoga ist mehr als nur körperliche Arbeit, Yoga ist die Philosophie über die Art und Weise das Leben zu leben. Wie führen wir also ein glückliches und erfülltes Leben? Welche Antworten und Ansätze hält die Yoga-Philosophie für uns bereit? Sich in Zufriedenheit zu üben und dankbar zu sein, ist ein ganz wesentlicher Baustein, und, wie ich finde, ein wunderschöner und gerade in unserer Konsumgesellschaft ein sehr wichtiger. Deshalb möchte ich euch dieses Prinzip hier einmal ans Herz legen, denn Zufriedenheit und Dankbarkeit machen glücklich.

Der achtgliedrige Pfad von Patanjali

Patanjali hat im „Yoga-Sutra“ verschiedene Prinzipien benannt, die uns als Orientierung dienen. Sein achtgliedriger Pfad richtet sich an alle Menschen und ist als Leitfaden gedacht, nach dem wir durch unsere Yoga-Praxis uns selbst und unser Ego erkennen. Ziel ist es, unseren Geist so zu verändern, dass wir in der Lage sind, ein bewusstes und glückliches Leben zu führen. Jedes dieser acht Glieder besteht aus einer Reihe konkreter Themen und Verhaltensweisen, die bis heute sehr lebensnah sind und für jeden ganz individuell immer noch passen. All diese Themen sind nicht unabhängig voneinander, sie gehen ineinander über, bauen aufeinander auf, beeinflussen sich gegenseitig und bilden am Ende eine Einheit. Wir können aber jedes einzelne Prinzip für sich üben.

Santosha - Zufriedenheit

Santosha oder auch Samtosha ist eines dieser Themen. Es gehört zu den Niyamas, den Leitsätzen, die den Umgang mit uns selbst beschreiben. Es gibt hier noch vier weitere Unter-Themen: Saucha (Reinheit), Tapas (Leidenschaft), Svadhyaya (Selbsterkenntnis) und Ishvara Pranidhana (Selbsthingabe).

Santosha heißt übersetzt Zufriedenheit, Bescheidenheit, Schlichtheit. Was bedeutet das nun für uns? Was macht uns zufrieden? Man könnte annehmen, dass dies eine sehr einfache Rechnung ist: Man hat verschiedenste Wünsche – eine Reise, einen netten Chef, ein neues Outfit – und die Erfüllung dieser Wünsche macht uns zufrieden. Das sind wir auch, aber nur für einen kurzen Zeitraum. Dies ist kein beständiges Glücksgefühl, etwas das bleibt, was uns trägt. Dieses „Glück“ ist nur flüchtig, was bedeutet, dass wir schnell den nächsten Wunsch erfüllen müssen, damit wir wieder dieses kurze Glücksgefühl empfinden: ein Hamster-Rad, eine Never-Ending-Story.

Die Haltbarkeit dieses Glücksgefühls wird meistens auch immer kürzer, sodass wir von einem erfüllten Wunsch zum nächsten Wunsch hasten und am Ende völlig gestresst und nicht wirklich zufrieden sind. Diesen Kreislauf gilt es zu erkennen und zu durchbrechen. Nicht nur, weil natürlich dieses Prinzip herrlich in einer Konsumgesellschaft funktioniert und sich unsere Wünsche ganz bewusst zunutze gemacht werden. Aber brauchen wir wirklich alles, was wir konsumieren? Macht es uns glücklich? Ein Experiment auf Kosten unserer Umwelt. Was ist hier die Yoga-Idee? Interessanterweise heißt Santosha nicht nur Zufriedenheit, sondern auch Bescheidenheit. Je bescheidener wir sind, umso zufriedener? Könnte das ein Weg sein - unsere Wünsche zu überdenken und zu reduzieren?

Dinge so anzunehmen, wie sie gerade sind, ist unheimlich schwer. Deshalb üben wir im Yoga, im Hier und Jetzt zu sein, Gedanken darüber loszulassen, wie es sein könnte, wie wir uns fühlen könnten. Wir schärfen unsere Wahrnehmung für das Potential, welches in uns schlummert und dafür, dass alles, was gerade ist, gut ist. Santosha bedeutet Stärke anzunehmen, Stärke auszubauen. Santosha bedeutet mit dem, was wir haben, glücklich sein. Wenn wir Zufriedenheit in dem finden, was uns gegeben ist, dann finden wir auch Freude, Entspannung und Glück. Santosha können wir in allen Lebenssituationen üben: Gegenüber unserer Familie, unseren Freunden und gegenüber der gegenwärtigen Situation, in der wir uns befinden.

Mitgefühl und Freude

Wenn Patanjali von Zufriedenheit spricht, impliziert das auch Mitgefühl und Barmherzigkeit zu entwickeln. Mitgefühl zu haben, zu teilen und für andere da zu sein, macht uns zufrieden und glücklich. Das sind innere Werte, die wir beeinflussen können und die dauerhaft sind. Schnell sind wir hier wieder beim Thema Balance. Uns gänzlich von unseren Bedürfnissen zu befreien ist nicht der Anspruch. Das wäre auch nicht sehr lebensnah. Bedürfnisse haben wir und ja, es macht uns zufrieden, etwas Neues zu kaufen und uns diese Wünsche zu erfüllen. Das ist menschlich. Aber diese Bedürfnisse zu erfüllen, wird uns nicht dauerhaft glücklich machen. Sich an kleinen Dingen erfreuen zu können, sich selbst genug zu sein, Dankbarkeit und Mitgefühl zu entwickeln, darin liegt beständiges Glück. Die Reise vom Außen zum Innen, ins Hier und Jetzt, zur Balance, das ist unsere Yoga-Reise, ein (wesentlicher) Grund warum wir Yoga üben.

Oft versuchen wir möglichst schnell unsere To-do-Listen abzuarbeiten und wir eilen von Aufgabe zu Aufgabe, um möglichst viel an einem Tag zu erledigen. Da bleibt dann meistens kaum Zeit dafür, einmal inne zu halten. Abends sind wir völlig erschöpft und der nächste Tag wartet schon mit einer aktualisierten To-do-Liste. Wir sind gestresst und fühlen uns gehetzt.

Über zu viel Stress klagt ein Großteil der Bevölkerung und Stress macht auf die Dauer krank. Nicht umsonst gewinnen Aufmerksamkeits-Rituale immer mehr an Bedeutung. Aber was heißt es konkret, aufmerksam zu sein? Wie können wir den Fokus ändern und Aufmerksamkeit in unseren Alltag integrieren?

Aufmerksamkeit bedeutet (für mich) im gegenwärtigen Moment zu sein und hier meinen Körper, meine Sinne und meinen Geist wahrzunehmen: Im Moment wirklich das tun, was man tut und nicht schon an den nächsten Moment und an das nächste To-do denken. Leichter gesagt als getan. Hierzu gehört viel Übung, damit man in jedem Augenblick realisiert, ob man im Hier und Jetzt ist.

Achtsamkeit üben – fokussiert sein

Es gibt viele Techniken, um die Wahrnehmung zu trainieren, damit wir zunehmend achtsam sind – und liebevoll mit uns selbst umgehen. Wir können verschiedene Arten von Achtsamkeits- und Atemmeditationen nutzen und natürlich ist Yoga eine wunderbare Möglichkeit, um Achtsamkeit zu üben. In unserer Yoga-Praxis schärfen wir ganz intensiv unsere Wahrnehmung. Wir spüren uns und sind im Idealfall während einer Yoga-Stunde ganz bei uns, im Hier und Jetzt. Darauf liegt unser Fokus – nicht im Außen, nicht bei der nächsten Aufgabe.

Wir trainieren es, unsere Aufmerksamkeit ganz auf uns zu richten, den Fokus zu verändern und lernen, dass nur WIR den Fokus bestimmen. Dazu möchte ich euch gern eine kurze indianische Weisheitsgeschichte erzählen, die meiner Meinung nach sehr gut vermittelt, was Achtsamkeit ausmacht:

Der Indianer und die Grille

Ein Indianer, der in einem Reservat lebte, besuchte seinen weißen Freund in der Großstadt. Er war verwirrt vom vielen Lärm, von der Hektik und von der schlechten Luft. Die beiden gingen die Straße entlang. Plötzlich blieb der Indianer stehen und horchte auf. „Hörst du die Grille zirpen?“, fragte er seinen Freund.

„Du musst dich täuschen, hier gibt es keine Grillen. Und selbst wenn, dann würde man sie niemals bei diesem Lärm hören.“

Der Indianer ging ein paar Schritte und blieb vor einem mit Efeu bewachsenen Haus stehen. Er schob die Blätter sanft auseinander und fand die Grille.

„Ja, gut, du hast die Grille gehört. Dein Gehör ist aber auch besser geschult als meines“, gab ihm sein Freund zu bedenken.

Der Indianer schüttelte den Kopf: „Nein, das Gehör eines Indianers ist nicht besser als das eines weißen Mannes. Ich werde es dir beweisen.“

Er griff in seine Tasche, holte eine Münze hervor und warf sie auf den Gehsteig. Sofort blieben mehrere Leute stehen und sahen sich um.

„Siehst du, mein Freund, es liegt nicht am Gehör. Es liegt am Fokus unserer Aufmerksamkeit, was wir wahrnehmen und was nicht.“

Achtsamkeit will gelernt sein.

Mal gelingt es uns besser und dann gibt es natürlich auch Phasen, in denen es nicht sehr gut klappt. Es lohnt sich aber, dran zu bleiben und immer wieder zu reflektieren, in welchen Situationen es schwerfällt. Ich bin davon überzeugt, dass es unsere Lebensqualität enorm verbessert, wenn wir es schaffen in immer mehr Situationen gelernte Achtsamkeits-Rituale anzuwenden, um Stress abzubauen.

In diesem Sinne – Seid achtsam und liebevoll mit euch selbst!