In unserem ganzen Leben geht es immer wieder darum, die richtige Balance zu finden. Gerade aber, wenn es um Gesundheit und gesunde Ernährung geht ist Balance ein zentrales Thema und natürlich spielen im Yoga Balance-Übungen eine wesentliche Rolle. Was ist aber das „richtige“ Gleichgewicht zwischen den Extremen, zwischen Anstrengung und Ruhe, Yang und Yin, Tag und Nacht. Extreme Handlungen führen zu einem Ungleichgewicht, ebenso wie extreme Untätigkeit. Die „richtige“ Balance ist wohl etwas sehr Individuelles, aber feststeht, dass es unserer Gesundheit guttut, wenn wir (mit uns) im Gleichgewicht sind.
Inneres Gleichgewicht bedeutet für mich, im Fluss zu sein und die Extreme zu akzeptieren und zu reflektieren. Beide Seiten gehören dazu und ohne Extreme wäre das Leben auch nur „lauwarm“ und würde weniger Spaß machen. Das richtige Maß ist entscheidend. Für sich die „richtige“ Mitte zu finden, heißt auch, achtsam mit sich selbst zu sein.
Yoga kann uns helfen, unsere Mitte zu finden und überhaupt ein Gespür dafür zu bekommen, ob wir im Gleichgewicht sind. Einbeinige Asanas geben uns die Möglichkeit, unseren Schwerpunkt zu finden und an seinen Rändern zu tanzen. Hier erfahren wir, wie wir mit dem Wackeln umgehen können und wie sich Stabilität anfühlt.
Wenn wir balancieren, richten wir unsere Mitte aus. Wir versetzen uns in ein physisches Gleichgewicht. Die Harmonie können wir aber nicht erreichen, wenn wir absolut still bleiben. Stattdessen müssen wir unser Gleichgewicht von Moment zu Moment auffrischen. Die anhaltende Anstrengung, sich zu zentrieren und neu auszurichten, bringt nicht nur unseren Körper ins Gleichgewicht, sondern auch unseren Geist, unsere Gedanken, Emotionen und unser Bewusstsein. Erst dann sind wir im Flow und spüren Ruhe und Ausgeglichenheit.
Die drei wesentlichen Elemente des Gleichgewichts sind Ausrichtung, Stärke und Aufmerksamkeit. Die Ausrichtung unseres Körpers ist entscheidend. Sie macht das Gleichgewicht überhaupt physisch möglich. Stärke gibt uns die Kraft, die Ausrichtung zu halten und immer wieder zu erzeugen. Und durch Aufmerksamkeit nehmen wir unsere Ausrichtung wahr und können sie von Moment zu Moment korrigieren.
Balance ist also ein ständiges Ringen um diese Mitte – Im Yoga und im alltäglichen Leben. Es ist ein ständiges Überprüfen des Ist-Zustandes, ein Korrigieren, neu ausrichten, hinzufügen oder weglassen. Yoga unterstützt mich dabei, indem es mich immer wieder daran erinnert und mich wahrnehmen lässt, wo ich mich auf diesem Weg befinde. Yoga bringt mich für den Moment, in dem ich praktiziere, in mein inneres Gleichgewicht. Und meistens fühle ich mich am meisten in Balance, wenn ich einem Moment tatsächlich nicht darüber nachgedacht habe. Je verbissener man es versucht, je disziplinierter man sein will, je mehr man darüber nachdenkt, umso weniger scheint es zu funktionieren. Ist man aber wirklich bei sich, im gegenwärtigen Augenblick, ohne zu denken und zu werten, dann plötzlich spürt man den Flow, spürt man das Gleichgewicht und ist Happy.